News

Baustart mit dem Kölner Dom: Warum die Kirche in Oberholzklau etwas Besonderes ist

14.8.2026

© Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Die Kirche von Oberholzklau: Hier öffnen sich die Pforten anlässlich des Tags des offenen Denkmals am 13. September ab 14.30 Uhr.

Denkmäler sind nicht nur Schlösser, Burgen oder uralte Fachwerkhäuser. In unserem Kirchenkreis sind es die Kirchen, die durch ihre Bedeutung und ihr hohes Alter die Dörfer und Städte prägen. Wer einen Blick hinter alte Mauern werfen möchte, hat bald Gelegenheit dazu. In Oberholzklau freut man sich schon auf den Tag des offenen Denkmals.

Denn in dem 1079 nach Christus erstmals urkundlich erwähnten Dorf prägt noch heute eine altehrwürdige Kirche das Ortsbild. Die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde ist stolz auf die historische Hallenkirche, die an der „Alten Straße“ steht.

© Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Die Evangelische Kirche in Oberholzklau ist eine westfälische Hallenkirche.

Erstmals erwähnte die Abtei Deuz bei Köln im Jahr 1147 einen Hof mit einer Kapelle in Holzklau. Mitte des 13. Jahrhunderts entstand eine typische Hallenkirche mit größerem und höherem Mittelschiff sowie links und rechts mit schmaleren und niedrigeren Seitenschiffen. Damit lag der Baubeginn in Holzklau fast parallel zum Baustart des Kölner Doms, der 1248 nach Christus begann. 

Die in Holzklau errichtete Kirche ist ein waschechter Übergangsbau zweier Epochen – sie weist romanische wie auch gotische Bauelemente auf. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten nahm die Bedeutung der Kirche zu. Bereits 1329 war Holzklau eine selbstständige Pfarrei. Noch zwei Jahrhunderte später gingen die Freudenberger dort zur Kirche – bei Gottesdiensten, Trauungen und Beerdigungen.

Hallenkirche Oberholzklau

  • Die Kirche von Oberholzklau: Hier öffnen sich die Pforten anlässlich des Tags des offenen Denkmals am 13. September ab 14.30 Uhr.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Im gotischen Chor sind gleich zwei dieser fratzenhaften „Maskenkonsolen“ zu entdecken.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Seit Mitte des 13. Jahrhunderts steht die Hallenkirche.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Im Jahr 1908 ließ die Kirchengemeinde die Wandmalerei aufwändig renovieren. Die Malerei zeigt die Grablegung Mariens, die mit der Himmelfahrt Marias endet.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Die Kirche in Oberholzklau ist ein waschechter Übergangsbau zweier Epochen – sie weist romanische wie auch gotische Bauelemente auf.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Die Evangelische Kirche in Oberholzklau ist eine westfälische Hallenkirche.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Vor der Kirche in Oberholzklau: Einführung des neuen Pfarrers Andreas Hoenemann zusammen mit Superintendentin Kerstin Grünert.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Orgel in der Kirche von Oberholzklau.

    © Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein

Seitdem ist viel Wasser die Flüsschen Alche und Holzklau hinuntergeflossen. Doch die Kirche steht immer noch und beeindruckt nicht nur Sabine Irle und Florian Engert. Sabine Irle arbeitet im Gemeindesekretariat, während Florian Engert sich als Kirchmeister um die historische Kirche kümmert. Beide kennen sich bestens in der Kirche aus und führen gerne bei Interesse durch die historische Kirche.

 

Sie kennen in der Kirche fast jeden Winkel, wohl wissend, dass man in so einem historischen Bau nicht jedes Detail kennen, nicht alles sehen kann. Dass sich hinter Putz und dicken Wänden auch unerwartete Schätze verbergen, wissen die Menschen in Oberholzklau seit der Entdeckung der alten Wandmalerei in der - vom Eingang aus gesehenen  - linken Seitenapsis. Die Malerei zeigt die Grablegung Mariens, die mit der Himmelfahrt Marias endet. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Sabine Irle.

Im Jahr 1908 ließ die Kirchengemeinde die Wandmalerei aufwändig renovieren. Die Maßnahme war Teil einer großen Renovierung, die die Kirche umfassend veränderte.   Daran erinnert noch heute die Jahreszahl rechts neben dem Kirchenportal.

© Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Orgel in der Kirche von Oberholzklau.

Vor dem Umbau war das Kirchenschiff um ein Joch kürzer und der Turm hatte eine andere Form. Da dieser im Laufe der Jahrhunderte zunehmend einsturzgefährdet war, mussten sogar drei Stützmauern zu seiner Sicherung errichtet werden. Im Inneren befanden sich vier hölzerne Emporen, eine davon im Chor, auf der auch die Orgel stand.

Im Zuge der Renovierung wurde der alte Turm abgerissen und durch den jetzigen Turm ersetzt, der das Eingangsportal heute umgibt. Vorher betrat man die Kirche von der Seite. Gleichzeitig verlängerte man das Kirchenschiff um ein Joch nach Westen. Die vier alten Emporen wurden entfernt und die Orgel erhielt ihren Platz auf der neu errichteten Westempore. Auch das Innere der Kirche wurde verschönert: An der Südseite des Chores errichtete man eine neue Sakristei. Aus dieser Umbauzeit stammen auch die Kanzel, der Abendmahlstisch sowie die Kirchenbänke, die heute noch auf der Empore erhalten sind.

© Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Vor der Kirche in Oberholzklau: Einführung des neuen Pfarrers Andreas Hoenemann zusammen mit Superintendentin Kerstin Grünert.

Apropos erhalten: Ein glücklicher Umstand sorgte 1947 dafür, dass das kleine Dorf selbst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ein intaktes Geläut besaß. „Da hatten wir wirklich Glück“, sagt Florian Engert, der von der Odyssee der 1588 gefertigten Turmglocke erzählt. 

Die größere Glocke wurde im Jahr 1944 beschlagnahmt und zum Einschmelzen abtransportiert. Die Glocke galt als verloren, bis die Gemeinde in Oberholzklau durch Zufall davon erfuhr, dass das wertvolle Stück auf einem Glockenfriedhof bei Hamburg lagerte. Wenige Monate später läutete die verschollene Glocke erneut neben ihrer älteren Schwesterglocke, die im Jahr 1512 gegossen wurde.

Wer mehr über die weiteren, umfassenden Renovierungen, über die Orgel der Kirche und die ehemaligen Schutzheiligen der Kirche erfahren möchte, hat im September Gelegenheit dazu. Dann lädt die Evangelische Kirchengemeinde Oberholzklau zum Tag des offenen Denkmals ein. 

Tag des offenen Denkmals

 

Am 13. September freut man sich an der „Alten Straße“ von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr, Gäste begrüßen zu dürfen. Die Gemeinde bietet dann Kirchführungen und Turmbesteigungen an. Musik gibt es auch sowie Kaffee und Waffeln. /cv

zurück zur Übersicht

get connected