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Tansania: Partnerschaft auf neue Fundamente stellen
18.8.2026

Die Vorbereitungen laufen: Im Evangelischen Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein bereitet sich eine Delegation auf ihre Reise nach Tansania vor. Ihr Ziel sind die Kirchenkreise Magharibi und Ngerengere, die bereits von den ehemaligen Kirchenkreisen Siegen und Wittgenstein seit mehreren Jahrzehnten im Rahmen einer lebendigen Partnerschaft besucht werden.
Aus dem Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein werden Synodalassessor Jochen Wahl, Pfarrerin Christine Liedtke, Matthias Daub und Pfarrer Thies Friederichs die Reise antreten. Zudem soll Pfarrer Jean Gottfried Mutombo die Delegation auch im Namen des Oikos-Instituts und der Evangelischen Kirchen von Westfalen begleiten.
Erfahrung in Afrika
Die Bad Berleburger Pfarrerin Christine Liedtke war bereits mehrmals in Tansania, zuletzt 2024. „Ich finde es spannend, mit einer neuen Delegation und netten Menschen zu reisen. Ich freue mich drauf“, sagt sie.
Aktuell kläre die Gruppe letzte Fragen rund um die Visa und die Reise. „Wir sind auch gerade damit beschäftigt, Gastgeschenke für die Pastoren und Gemeinden zusammenzustellen“, betont Christine Liedtke, der man die Vorfreude auf die Reise anmerkt.
12 bis 15 Stunden dauert der Flug – inklusive Zwischenlandung. Das nimmt die Delegation gern auf sich. „Ich freue mich darauf, Geschwister in Christus wiederzusehen. Gemeinsamer Glaube verbindet“, betont Christine Liedtke. Es sei „so wichtig, sich persönlich zu treffen.“ Sie freue sich darauf, wie mit den Schwestern und Brüdern das Essen zu teilen, Land und Leute aufs Neue kennenzulernen und den gemeinsamen Glauben miteinander zu leben
Zwei Wochen lang wird die Delegation vor Ort sein. Nach der Vereinigung der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein zum Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein soll auch die Partnerschaftsarbeit mit den tansanischen Partnerkirchenkreisen neu ausgerichtet werden. Auch das soll in einer gemeinsamen Konsultation mit Vertreterinnen und Vertretern beider tansanischen Kirchenkreise besprochen werden.

Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Veränderungen auf beiden Seiten sowie die Frage, wie die Partnerschaften künftig gestaltet und weiterentwickelt werden können. Auf Seiten der Gemeinden des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein wurde dazu unter Beteiligung der Tansania-Ausschüsse Siegen-Magharibi und Wittgenstein-Ngerengere ein neues Grundlagenpapier erarbeitet.
Die Konsultation soll Raum geben, über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Kirchenkreise, inhaltliche Schwerpunkte der Partnerschaftsarbeit und gemeinsame Ziele ins Gespräch zu kommen. Themen sind unter anderem missionarische und theologische Fragen, geistlicher Austausch, der Umgang mit Kolonialismus und Rassismus, demografischer Wandel sowie sexualisierte Gewalt.

Die diesjährige Partnerschaftsdelegation hat damit eine besondere Bedeutung: Gemeinsam mit den tansanischen Partnerinnen und Partnern sollen konkrete Vereinbarungen für die zukünftige Zusammenarbeit getroffen und die Partnerschaft auf eine neue Grundlage gestellt werden.
Ein wichtiger Programmpunkt wird sicherlich die feierliche Einführung des neuen Superintendenten des Partnerschaftskreises Ngerengere sein, Isaya Kanduru, der auf Simon Mbapa folgt. Bemerkenswert: Die Einführung des neuen Superintendenten ist extra von Juni auf den 13. September verschoben worden, damit die deutsche Delegation mitfeiern kann. „Das ist eine besondere Ehre“, betont Christine Liedtke.
„Wir werden auch einige Gemeinden besuchen“, berichtet die Pfarrerin, die sich bereits darauf freut, einige Projekte zu besichtigen, die großzügige Spendenunterstützung der Christen aus dem Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein erhalten haben.

Beispielsweise wurden in einigen Dörfern Wassertanks mit 5000 oder 10.000 Litern Fassungsvermögen installiert. Mit diesen Wasserreserven soll die Trockenzeit im lokalen Klima abgefedert werden.
In einer anderen Gemeinde bauen Frauen nach und nach ein Haus. Denn Treffpunkte wie Cafés sind eher den Männern vorbehalten. Mit dem Neubau soll eine Möglichkeit geschaffen werden, „zusammen etwas auf die Beine zu stellen“ und sich zu treffen, wie Christine Liedtke sagt. Weitere Beispiele sind die Unterstützung von Kindern mit Blick auf das in Tansania notwendige Schulgeld oder die Anschaffung von Klein-Motorrädern, damit die Pfarrer die weiten Entfernungen zwischen den Dörfern ihrer Gemeinde auch bei Regenzeitgeschädigten Straßen überbrücken können.
Immer wieder knüpft die Reisegruppe jetzt im Vorfeld mit den Gastgebern Kontakt und stimmt sich ab. Los geht es am 8. September. Die Reisegruppe wird voraussichtlich bis zum 22. September in Afrika bleiben.
Aktuell hat Pfarrerin Christine Liedtke, bei aller Vorfreude, auch die Temperaturen im Blick: „Kürzlich berichtete ein Freund aus Tansania, dass man zurzeit im August wechselhaftes Wetter habe, mit heißen bis kühlen Temperaturen. Auf Nachfrage galten 28 ° Grad als kühl.“
Da müsse man als Pfarrerin in Deutschland schon schmunzeln. /cv

