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Bibelabende "Mit Gefühl - ohne Härte"
8.4.2026
Drei Abende, die sich mit der Bibel befassen, drei Abende, die auf biblische Erzählungen aufbauen, in denen Gefühle zugelassen und Verletzlichkeit sichtbar wird. Die Veranstaltungsreihe „Mit Gefühl – ohne Härte“ fand in Oberfischbach vor Ostern ihren Raum. Das Thema „Mit Gefühl – ohne Härte“ fand Anlehnung an die Fastenaktion „Sieben Woche ohne“ - allerdings mit eigenen, auf drei Bibeltexte konzentrierten Inhalten.
So standen die Bibelstellen „Jesus weinte“ in Johannes 11 mit Referent Ralph v. Doorn, Ev. Studierendengemeinde Siegen und „Die Fußwaschung“ in Johannes 13 mit Prof. Dr. Georg Plasger von der Universität Siegen im Fokus. Heike Dreisbach, Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein, leitete den Bibelabend zur „Salbung Jesu“ in Johannes 12.
Exemplarisch sei hier der Bibelabend mit Heike Dreisbach genannt, an dem die Frage in den Mittelpunkt gerückt wurde, was Mitgefühl eigentlich bedeutet. Dabei wurde deutlich, dass Mitgefühl keine einfache Emotion ist, sondern aus verschiedenen Grundgefühlen entsteht und eng mit der Fähigkeit verbunden ist, sich in andere hineinzuversetzen. Es wurde als eine Kombination aus wahrgenommener Traurigkeit über das Leid anderer und der Motivation zu helfen beschrieben. Zugleich betonte Heike Dreisbach, dass Mitgefühl etwas sehr Körperliches ist, das den ganzen Menschen erfasst.
Ein praktischer Zugang erfolgte über eine Besinnungsübung, dem „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“, in der die Teilnehmenden ihren eigenen Tag reflektierten: Welche Gefühle haben sie erlebt? Wo sind ihnen Härte oder Mitgefühl begegnet? Diese Übung eröffnete einen persönlichen Zugang zum Thema und schuf eine Atmosphäre der Achtsamkeit.
In der gemeinsamen Textarbeit wurde die Szenen Schritt für Schritt betrachtet. Besonders hervorgehoben wurde die Handlung Marias, die Jesus mit kostbarem Öl salbt. Diese Geste wurde als Ausdruck von Liebe, Zuwendung und verschwenderischer Hingabe gedeutet. Der sich ausbreitende Duft des Öls wurde als starkes Bild verstanden: Liebe und Mitgefühl erfüllen den Raum und bleiben wirksam, selbst wenn sie kritisiert oder in Frage gestellt werden.
Im anschließenden Austausch reflektierten die Teilnehmenden, welche Bedeutung die Geschichte für ihr eigenes Leben hat und wie es gelingen kann, mitfühlend und berührbar zu bleiben, ohne sich zu überfordern. Dabei wurde auch der Gedanke betont, dass nicht der Mensch die Welt retten muss.
Den Abschluss bildete ein Segensritual, bei dem ein Duftöl als sinnliches Zeichen der Geschichte weitergegeben wurde. Der zugesprochene Segen unterstrich die persönliche Dimension des Abends und griff das zentrale Motiv auf: selbst gesegnet zu sein und zugleich anderen zum Segen zu werden.
Die Abende moderierten Petra Einloft, Rainer Klappert und Fabian Reitzner. Musikalische Begleitung übernahmen Marita Kalteich, Iris Schmidt und Katharina Pelger.
Christian Völkel


