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125 Jahre Kirche Birkelbach: Jubiläumskonzert endet mit donnerndem Applaus
21.10.2026

„Ausverkauft!“: Die Nachricht machte schon zwei Tage vor dem Konzert die Runde in und um Birkelbach. Glücklich war, wer eine Karte zum Jubiläumskonzert ergattert hatte. 125 Jahre Evangelische Kirche Birkelbach feierte man so in einem würdigen Rahmen.
Das bejubelte Gemäuer war dann auch tatsächlich bis auf den letzten Platz gefüllt – schließlich gratulierten „Chorisma Birkelbach“ und der Männergesangverein „Sangeslust“ Birkefehl mit einem bunten Strauß von 17 Liedern.
Pfarrer Jaime Jung begrüßte die Chöre aus seinem Kirchspiel und natürlich auch die 220 Menschen, die sich dieses Jubiläumskonzert nicht entgehen lassen wollten. „Und was könnte diesen besonderen Ort schöner mit Leben füllen als Musik? Freuen wir uns deshalb auf unser heutiges Chorkonzert, das 125 Jahre Kirchengeschichte würdigt und die verbindende Kraft des gemeinsamen Singens feiert.“
Zwei Chöre aus dem Kirchspiel
Zwei Chöre, zwei unterschiedliche Klangfarben und eine gemeinsame Leidenschaft: Menschen mit Musik zu berühren. „Und genau das passt wunderbar zu einem Jubiläum, bei dem wir nicht nur auf 125 Jahre Kirchengeschichte zurückblicken, sondern auch die Gemeinschaft feiern, die unsere Dörfer lebendig hält“, betonte Jaime Jung, der auch den passenden Psalm kannte. In Psalm 96, Vers 1, heißt es: „Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn, alle Welt!“
Ein Heimspiel hatten die Sängerinnen und Sänger von „Chorisma Birkelbach“. Der Chor widmet sich klassisch kirchlicher Musik, begeistert aber auch mit modernem Liedgut. Jaime Jung berichtete zu jedem Lied ein paar Zeilen. So erfuhr man, dass „Herr, Deine Güte reicht so weit“ von August Eduard Grell, einem bedeutenden Komponisten und Chorleiter des 19. Jahrhunderts, stammt. „Psalm 23“, „Höre mein Rufen“ und „Evening Rise“ machten für den von Tanja Hartmann-Sting geleiteten Chor den Anfang. Modern, offen und mit viel Freude am gemeinsamen Musizieren: So präsentierte sich Chorisma im zweiten Teil. Ob Abbas „Chiquitita“ oder „The Sound of Silence“ – der Birkelbacher Chor zeigte, wie begeisternd Musikschaffende auch moderne Stücke singen können.
Mit neun Titeln zum Meisterchor und einem legendären Auftritt mit den Prinzen brauchen sich die Männer des MGV „Sangeslust“ Birkefehl wohl kaum vorstellen. Der Chor brachte 40 aktive Sänger im Chorraum unter. Den Traditionschor dirigierte Heiko Rath, der stellvertretend für den Chorleiter Thomas Blöcher an diesem Abend am Pult stand.
„Abendfrieden“, „Sei gegrüßt, Maria“, „Meine Seele ist stille“ – der MGV brillierte mit deutschem Liedgut und wagte sich auch in das frühe 17. Jahrhundert. Damals komponierte Johannes Jeep seine Ode an die Musik, die der MGV mit dem jahrhundertealten „Musica, die ganz lieblich Kunst“ erschallen ließ.
Auch Goethe fand, der Text zum „Türmerlied“ wird ihm zugeschrieben, Eingang in das Konzert. Mit viel Sangeslust trug der Chor Lieder wie „Der Wanderer“ und „Vater unser“ vor. Mit Sehnsucht nach den Bergen erklang dann zwischen den Zeilen Bepi De Marzis „Das Tal in den Bergen – Benia Calastoria“.
Donnernder Applaus war Sängerinnen und Sängern beider Chöre gewiss – und die Dankbarkeit ihres Pfarrers. „Denn Singen verbindet Menschen, schenkt Freude und lässt uns Gemeinschaft erleben. Und gerade in unserer Kirche hat die Musik seit 125 Jahren einen besonderen Platz“, betonte Jaime Jung glücklich. /cv
Pfarrer Jaime Jung zur Geschichte der Kirche: „Die Geschichte der evangelischen Kirche in Birkelbach reicht viel weiter zurück als die 125 Jahre, die wir in diesem Jahr feiern. Bereits im Mittelalter stand hier eine Kapelle, die 1707 durch eine neue Kirche ersetzt wurde. Als dieses zweite Gotteshaus im Laufe der Zeit baufällig wurde, entstand um 1900 an gleicher Stelle die heutige Kirche. Am ersten Adventssonntag 1901 wurde sie feierlich ihrer Bestimmung übergeben – ein besonderer Tag für die Menschen aus Birkelbach und den umliegenden Orten. Der damalige Pfarrer Julius Nase verfasste sogar eigens ein Lied zur Einweihung. Der Text dazu ist vorhanden, leider nicht die Melodie.
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Kirche mehrfach erneuert: Sie erhielt neue Bronzeglocken, eine Orgel und schließlich eine umfassende Renovierung, die 2010 dank vieler Spenden und ehrenamtlicher Helfer möglich wurde. So erzählt dieses Gotteshaus bis heute von Glauben, Zusammenhalt und Menschen, die sich gemeinsam für ihre Gemeinde einsetzen.“


