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Wertvolle Arbeit der Evangelischen Gemeinden: Verschiedene Wege des Fundraisings als Weg der Beteiligung
19.10.2026

Über Geld redet man nicht. Dieser Satz hat sich tief in das Bewusstsein vieler Menschen gegraben. Und doch funktioniert vieles nicht ohne Geld – auch in den evangelischen Kirchengemeinden in unserer Region.
Unabhängig von der Kirchensteuer gab es schon immer das Sammeln der Kollekte, der Spenden und unzählige Stunden Ehrenamt in den Kirchengemeinden.
Und wenn ein Kirchturm wackelt, eine Glocke einen Riss bekommt oder der Kindergarten neue Außenspielanlagen benötigt, bedarf es der Spenden und guter Beziehungen.
Klar ist: Oft lassen sich Projekte ohne die finanzielle Unterstützung der Gemeindemitglieder nicht realisieren. Das wissen die Kirchengemeinden. Und doch gibt es Unterschiede zwischen den Gemeinden. Die einen sind im Fundraising sehr aktiv, andere scheuen die Bitte um eine Spende.

Anne-Katrin Jung, Fundraising-Referentin des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein, will Kirchengemeinden, Presbyterien, Pfarrerinnen und Pfarrer dazu ermutigen, verschiedene Wege des Fundraisings in Augenschein zu nehmen. „Wir tun uns schwer, nach Spenden zu fragen. Dabei können wir stolz sein auf unsere Arbeit“, betont Anne-Katrin Jung jetzt auf einer Pfarrkonferenz in Raumland.
Schließlich sei die Bitte im christlichen Glauben nichts Unwürdiges. Menschen dürfen ihre Bedürfnisse aussprechen. „Gemeinden können öffentlich machen, was sie ermöglichen wollen, und andere um Beteiligung bitten. Wir bitten nicht, weil unsere Arbeit wertlos ist, sondern weil sie wertvoll ist und andere daran Anteil nehmen können“, stellte Anne-Katrin Jung klar.
Pfarrerin Annegret Mayr gab zu bedenken, dass es bei der Ansprache nach Spenden auf den Zweck ankommt. Superintendentin Kerstin Grünert betonte: „Wenn wir um eine Orgelrenovierung oder Geld für ein Kirchendach bitten, ist das eine gute Sache. Dafür sind Menschen ansprechbar.“
Diese Bitte an Menschen, etwas Gutes mitzutragen, kann unterschiedlich aussehen. So wird Fundraising als der Aufbau von Beziehungen gesehen, durch die Menschen „freiwillig Geld, Zeit, Sachmittel, Wissen, Kontakte oder andere Ressourcen für ein gemeinsames Anliegen zur Verfügung stellen“.
„Das beginnt bei der persönlichen Bitte, einem Fahrdienst oder dem Backen einer Torte“, erinnert Anne-Katrin Jung. Sollen größere Projekte unterstützt werden, gelte es, richtig zu planen. Wichtig sei dann, ein konkretes Anliegen zu wählen und die dazu benötigten Ressourcen klar zu formulieren. Als nächsten Schritt sollte die Zielgruppe des Fundraisings und mögliche Partner benannt werden. Intern ist es wichtig, Verantwortlichkeiten verlässlich festzulegen. „Denn Fundraising geht innerhalb der Gemeinde nur als Team“, betont Anne-Katrin Jung.

Im Umgang mit den Menschen, die helfen wollen, gelte es, Transparenz zu wahren. Angefangen bei der konkreten Bitte, über die Verwendung der Spende bis hin zum ehrlich gemeinten „Danke“. Und am Ende ist es unabdingbar, so die ehrenamtlich tätige Presbyterin, „über das Gute, was getan wurde, auch zu berichten.“
Auch wenn das jeweilige Projekt realisiert ist, bleibt mehr als der bloße Zahlenwert, der investiert wurde. Denn das Fundraising schafft Wertschätzung, eine freiwillige Beteiligung und daraus resultierende Beziehungen und Dankbarkeit.
Die Wege, Menschen für ein gutes Anliegen zu gewinnen, sind vielfältig. Anne-Katrin Jung unterstützt Gemeinden und Einrichtungen mit ihrer Expertise dabei, passende Formen der Ansprache und Beteiligung zu finden. /cv
Kontakt:
Anne-Katrin Jung, Fundraising-Referentin
Evangelischer Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Weidenauer Straße 118 | 57076 Siegen
0271 5004-276
anne-katrin.jung@kirchenkreis-siwi.de

