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Hospiz-Seelsorge: Abschied von Pfarrer Armin Neuser-Moos

12.10.2026

Weggefährtinnen und Weggefährten (v.l.): Stephan Andrick, Thea Rabenau, Superintendentin Kerstin Grünert, Pfarrer Armin Neuser-Moos, Pfarrer Ralf Prange, der katholische Theologe Heiner Meilwes und die Krankenhausseelsorgerinnen Bärbel Knecht und Silke Panthöfer.
© Claudia Irle-Utsch
Weggefährtinnen und Weggefährten (v.l.): Stephan Andrick, Thea Rabenau, Superintendentin Kerstin Grünert, Pfarrer Armin Neuser-Moos, Pfarrer Ralf Prange, der katholische Theologe Heiner Meilwes und die Krankenhausseelsorgerinnen Bärbel Knecht und Silke Panthöfer.

Von Claudia Irle-Utsch

 

Überall und über Allem, allgegenwärtig und selbst das Ein und Alles – so stellt sich Jesus dar in dem Wort, das über der Einladung zur Entpflichtung und Verabschiedung von Pfarrer Armin Neuser-Moos steht: „Ich bin das Licht, das über ihnen allen ist. Ich bin das All. Spaltet ein Holz, ich bin da. Hebt den Stein auf, und ihr werdet mich dort finden.“

Nachzulesen in der apokryphen Schrift des Thomas-Evangeliums. Das Logion 77, eines der 114 Jesus-Worte dieser Schriftensammlung, weist exemplarisch auf das hin, was im Aufgabenbereich von Armin Neuser-Moos die vielleicht zentrale Botschaft darstellt: Gott ist da. In jedem Fall, in jeder Situation und damit auch da, wo ein Übergang zu bewältigen ist. Wie jener vom Leben zum Tod und darüber hinaus.

Pfarrer Neuser-Moos war zuletzt Seelsorger des Ev. Hospizes und des Ambulanten Ev. Hospizdienstes im Ev. Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein. Er war Ansprechperson für die Menschen, die in diesen Zusammenhängen Unterstützung brauchen: hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte, die er fachlich und geistlich hat begleiten können.

Abschied von Pfarrer Neuser-Moos
© Claudia Irle-Utsch
Die Verabschiedung von Pfarrer Armin Neuser-Moos fand im festlich eingerichteten Saal der Erlöser-Kirche in der Siegener Winchenbach statt.

Und so war bei der Verabschiedung im Gemeindesaal der Siegener Erlöser-Kirche neben dem aufrichtigen Mitfreuen an den neuen Möglichkeiten, die ein Ruhestand bieten kann, auch Wehmut zu verspüren. Ein Gegenüber geht.

„Seelsorge gehört zum Kern unseres Auftrags“, sagte Superintendentin Kerstin Grünert in ihrer Ansprache zur Entpflichtung. Was Seelsorge ausmache, zeige sich für sie besonders deutlich am Beispiel der drei Freunde des Hiob. Sieben Tage und sieben Nächte seien sie an der Seite des so bitter Geschlagenen geblieben. Schweigend, ausharrend, mit aushaltend. Ein Vorbild für die Seelsorgerinnen und Seelsorger, bis heute. Die bleiben, hören und dann auch nach Worten suchen, die trösten können, auf- und weiterhelfen. Die beten und segnen, als Zeichen der Zuwendung Gottes, die nicht nur da sei, wo das Leben gelinge.

Kerstin Grünert zeichnete einige berufliche Stationen von Armin Neuser-Moos nach. Beginnend mit dem anfänglichen Studium der Elektrotechnik und der Neuorientierung nach dem Zivildienst in der Kinderklinik, auf den ein Theologiestudium folgte. Der Pfarrer sei dann nicht in die Gemeinde, sondern „in die Funktion“ gegangen: in die Telefonseelsorge, ins diakonische Altenzentrum Freudenberg, ins Krankenhaus und schließlich in den Hospiz-Dienst. Er habe sein Wissen, seine Kompetenzen weitergegeben und werde nun ganz offiziell losgesagt von allen seinen Pflichten. Die Superintendentin: „Wir sagen Danke für Ihren Dienst und wünschen Gottes Segen für das, was kommt.“

Pfarrer Ralf Prange von der gastgebenden Ev. Lukas-Kirchengemeinde Siegen und Pfarrerin Silke Panthöfer, Krankenhaus-Seelsorgerin im Klinikum Siegen, gaben ihrem scheidenden Kollegen mutmachende Bibelverse mit auf den Weg und auch eine Zeile der Dichterin Hilde Domin: „Fürchte dich nicht – es blüht hinter uns her.“

Der aus seinem Dienst scheidende Pfarrer Armin Neuser-Moos hielt Rückschau auf seinen kirchlichen Dienst.
© Claudia Irle-Utsch

Weiteren Zuspruch erfuhr Neuser-Moos von Thea Rabenau (Koordinatorin Ambulanter Ev. Hospizdienst), von Pfarrerin Bärbel Knecht (Krankenhausseelsorgerin Diakonie Klinikum Jung-Stilling), von Heiner Meilwes (kath. Seelsorge) und Stephan Andrick (Ehrenamtlicher im Ambulanten Ev. Hospizdienst). Kirchenmusikerin Galina Renner unterstrich das Gesagte am Piano mit Musik von Johann Sebastian Bach, Erik Satie und George Gershwin. Ein Wunschkonzert für Armin Neuser-Moos. Die drei Werke schlugen den stimmigen Bogen von der christlichen Zuversicht („Jesus bleibet meine Freude“) über die Kraft der Meditation („Gymnopédie Nr. 1“) zur mitunter auch wunderschönen Leichtigkeit des Seins („Summertime“).

 

Pfarrer Neuser-Moos hielt in seiner Rede noch einmal selbst Rückschau auf seinen beruflichen Weg im kirchlichen Dienst: „Das waren 32 Jahre.“ Sein Vikariat habe er im zweiten Siegener Pfarrbezirk absolviert – in Achenbach, auf dem Fischbacherberg und dem Heidenberg. Danach habe er sich in die Telefonseelsorge berufen gefühlt. Drei Jahre später habe er turnusgemäß wechseln müssen, sei dann als Seelsorger nach Freudenberg gegangen, ins Altenzentrum und ins Diakonie Klinikum Bethesda. Nach 16 Jahren dort sei vor zehn Jahren der Wechsel ans Jung-Stilling-Krankenhaus erfolgt. Zwei Jahre später habe sich ihm die Chance geboten, als Seelsorger im Hospizdienst zu arbeiten.

Am Ende seiner Ansprache widmete Neuser-Moos sich seinen Weggefährtinnen und -gefährten und an jenen, die seiner Verabschiedung den gastlichen Rahmen gaben. Er dankte mit Worten und mit Geschenken. 

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