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Gleidorf und Schmallenberg: Evangelische Kirchengemeinde nutzt eine Kirche

8.10.2026

© Christian Völkel/ Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Die Evangelische Christuskirche in Schmallenberg wird energetisch saniert.

Kultur statt Gottesdienst: Die Evangelische Kirche in Gleidorf bei Schmallenberg präsentiert sich seit diesem Sommer mit neuer Funktion. Bereits 2025 ging die Kirche in den Besitz der Stadt Schmallenberg über.

 

Für die Gemeindeglieder in Gleidorf war es keine leichte Entscheidung. 2024 entschloss sich das Presbyterium schweren Herzens, die Kirche, das umgebende Grundstück und den Friedhof in die Hände der Stadt Schmallenberg zu geben.

 

Doch mit der Kirche in Gleidorf geht es weiter - auch wenn sich seit Sommer die Funktion der ehemaligen Auferstehungskirche gewandelt hat: Ein innovatives Konzept der Stadt Schmallenberg hat eine Kulturkirche geschaffen, die den stillen Rückzug ermöglicht, aber auch für Kulturveranstaltungen genutzt werden kann. 

© Christian Völkel/ Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
ung: Die Kulturkirche in Gleidorf.

Hinzu kommt ein weitläufiges Grundstück und der nicht mehr für Bestattungen genutzte Friedhof. Die Pflege der Grundstücke ist ehrenamtlich organisiert.   

Im Spätsommer feierte die Stadt Schmallenberg die Einweihung der Kulturkirche. Für die Kirchengemeinde nahmen Mitglieder des aktuellen Bevollmächtigtenausschusses an der Einweihung teil, so auch Pfarrerin i. R. Roswitha Scheckel als Mitglied des Gremiums.

„Es gibt einen engagierten Kreis, der sich vor Ort einbringen will“, berichtet Roswitha Scheckel. „Ehrenamtliche Helfer wollen sich wöchentlich treffen, um die Kirche zu pflegen.“ 

 

Währenddessen wächst in Gleidorf und Schmallenberg das Gemeindeleben zusammen: Die Kirchengemeinde konzentriert sich auf die Christuskirche in Schmallenberg: Sie wird zurzeit mit moderner Heiztechnik ausgestattet, zwei Wärmepumpen ergänzen die bereits vorhandene Photovoltaikanlage. Damit greift die Kirchengemeinde die landeskirchlichen Vorgaben zur ökologischen Ertüchtigung kirchlicher Gebäude frühzeitig auf.

Mit dieser Investition sind zudem die Sanierung des Fußbodens in der Kirche und eine Grundreinigung der Orgel verbunden. „Und wenn alles gut geht, können wir noch in diesem Jahr die Wiedereröffnung der Kirche mit einem Gottesdienst feiern - und darauf freuen wir uns“, sagt Pfarrer Volker Schubert, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses. Solange in der Kirche noch Handwerker unterwegs sind, findet der Gottesdienst im Gemeinderaum des Katharina-Zell-Gemeindehauses statt. 

© Christian Völkel/ Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Raum für Kultur: Lesungen, Ausstellungen und Gesprächsrunden sollen in der Kirche stattfinden.

Und die Gemeinde bleibt weiter aktiv. Der Informationskasten verkündet, dass Gemeindegruppen und die Diakonie zu Veranstaltungen einladen. Auch die örtliche Jungschar lädt ein. Das nahe gelegene Abenteuerdorf Wittgenstein informiert über die nächsten Veranstaltungen. 

 

Und wie geht es der Kulturkirche weiter? Da fand erst kürzlich ein großer „Erdapfelmarkt“ statt. Und die Aktion „WirWerk“ lädt seit diesem Monat jeden ersten Mittwoch ab 18 Uhr zum gemeinsamen Singen ein. Lesungen, Ausstellungen und Gesprächsrunden sollen in der Kirche stattfinden. Der Leitgedanke: Kultur und Heimat, offen für alle. Das Städtische Kulturbüro will einen Ort gestalten, in dem sich Menschen austauschen und gemeinsam Kultur erleben.

© Christian Völkel/ Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Wärmepunkte an der Schmallenberger Christuskirche: landeskirchliche Vorgaben zur ökologischen Ertüchtigung kirchlicher Gebäude greift die Kirchengemeinde früh auf.

Die neue Gangart ist bereits weithin sichtbar. Der Künstler Lars Breuer gestaltete eine Seite der Kirche neu: Komposition und Kollision begegnen sich in schwarz-weißen Lettern auf der Kirchenwand. 

Man darf gespannt sein, wie der Raum, den die 1873 errichtete Kirche und ihr Umfeld bietet, durch die Menschen in Gleidorf und Schmallenberg künftig genutzt wird. /cv

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