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Ein guter Klang in jeder Kirche?
1.10.2026
Kirchenmusik fasziniert und begeistert die Menschen seit über 2000 Jahren. Sie erreicht auch heute die Menschen in den Kirchen und Gemeindehäusern. Der Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein ist da keine Ausnahme, wissen Ute Debus und Peter Scholl, beide Kreiskantoren im Dienst des Kirchenkreises und der Lukas-Kirchengemeinde in Siegen.
50 Prozent für Siegens größte Kirchengemeinde, 50 Prozent für den Kirchenkreis: „Diese Aufteilung unserer Tätigkeiten stimmt fast“, berichtet Peter Scholl mit einem Augenzwinkern. Der Schwerpunkt läge nach einer Erhebung der Landeskirche im Kirchenkreis. Ute Debus sagt: „Uns ist es wichtig, dass man nicht denkt, wir wären nur in Siegen unterwegs. Wir sind natürlich überall aktiv.“
Kirchenmusikdirektorin Ute Debus leitet die Kantorei Siegen. Ihr Kollege Peter Scholl dirigiert den Bach-Chor. Hinzu kommen weitere Chöre in und um Siegen.
Mit Blick auf die regelmäßige Chorarbeit liegt der Schwerpunkt tatsächlich in Siegen. „Wenn wir Konzerte geben, sind die Nikolaikirche und die Martinikirche logistisch von Vorteil. Das betrifft bauliche Aspekte wie Emporen, macht sich aber auch an einem eingespielten Team vom Aufbau bis zur Abendkasse bemerkbar“, so Peter Scholl.
Gleichwohl sind die Kirchenmusikprofis auch bei Konzerten im ganzen Kirchenkreis unterwegs. So verrät der Blick auf den Kalender von Ute Debus und Peter Scholl dirigierten Chören für dieses und kommendes Jahr, dass bereits Konzerte in Bad Berleburg, Kaan-Marienborn, Netphen und Hilchenbach geplant sind.

Klar ist aber auch, dass diese aktive Chorarbeit nur einen Teil der täglichen Arbeit von Ute Debus und Peter Scholl ausmacht. Die Kreiskantoren organisieren Workshops und Fortbildungsangebote, beraten die Gemeinden in kirchenmusikalischen Fragen, kooperieren mit Musikgruppen auf überkonfessioneller Ebene und begleiten auch kreiskirchliche Veranstaltungen.
Ute Debus und Peter Scholl liegt auch die Ausbildung nebenamtlicher Kirchenmusikerinnen für den sogenannten C-Kurs am Herzen. Hier nutzten die Berufsmusizierenden die letzte Pastoralkonferenz, um den Pfarrerinnen und Pfarrern die dringende Bitte mit in die Gemeinde zu geben, für den C-Kurs der Kirchenmusik zu werben.
„Wir unterscheiden hier die klassische Chorleitung, das Orgelspiel und die Leitung bei den Blechbläsern“, erläutert Ute Debus. Sie mahnt, dass sich im letzten C-Kurs kein einziger Kandidat für die Blechbläserleitung befunden hätte. „Auch die anderen Bereiche sind stark rückläufig.“
Dabei sind es gerade die Menschen mit einer C-Lizenz, die die Kirchenmusik ehrenamtlich in den eigenen Gemeinden begleiten und lebendig behalten. Ute Debus und Peter Scholl werben daher für kirchenmusikalische Fortbildungen. Sie sind sich einig: „Wir brauchen guten Kontakt miteinander.“
Die Möglichkeit, die Kirchenmusik digital zu vernetzen, bietet auch die gerade im Entstehungsprozess befindliche Kirchenmusikbörse.
Neue Kirchenmusikbörse
Hier können Gemeinden zielgenau suchen, welche Musikerin oder welchen Musiker sie benötigen. Ob Orgel, Klavier oder Gitarre, Schulmusik, Zeitfenster oder Ausbildungsstand – die Möglichkeit, die Suche zu verfeinern, ist breit.
Die Musizierenden können ihrerseits ein Profil anlegen. Erhalten sie eine Anfrage, können sie ablehnen oder zusagen. Die Gemeinde ihrerseits sieht dann, wer online verfügbar ist. Werden sich beide Seiten einig, erklingt irgendwo im evangelischen Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein ein Stück Kirchenmusik mehr. /cv



