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Pilgerwanderung für Demokratie: Gastlichkeit und starkes Interesse

10.9.2026

© Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Zwischenstop in der Kolumbariumskirche Siegen.

Es war eine gelungene Premiere: Die Pilgerwanderung für Demokratie hat viele Menschen begeistert. Auf ihrer Reise von Winterberg bis Kahn stießen die Wanderinnen und Wanderer auf viele interessierte Menschen. Zahlreiche Abendveranstaltungen rundeten die Tage ab.

 

Den Auftakt bildete ein gut besuchter Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Winterberg, der von Konfirmanden vorbereitet wurde. Pfarrerin Sandra Gintere wanderte die Strecke mit und gab geistliche Impulse. Ziel war Girkhausen, wo die Pilgergruppe herzlich empfangen wurde. Das Friedenskonzert am Abend war ein gelungener Abschluss.

„Nachher haben wir noch zusammengesessen und auch noch ein paar Lieder aus unserem Pilgerliederbuch gesungen“, berichtete Claudia Latzel-Binder aus dem Organisationsteam des Ausschusses für Demokratie und Gerechtigkeit des Evangelischen Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein.

 

Schon auf der zweiten Etappe begleiteten weitere Menschen die Pilgerschaar. Pfarrerin Carmen Jäger gab Impulse auf der Wegstrecke. In Bad Berleburg empfing die Gruppe für Demokratie und Menschlichkeit die Wandernden.

Die Bad Berleburger Kirchengemeinde empfing die Menschen im Christushaus. Dr. Felix Riedel referierte dort zur Geschichte und den Hintergründen des Antijudaismus.

Von Berleburg aus ging es am nächsten Tag mit Begleitung von Pfarrer Rafael Dreyer und Bürgermeister Volker Sonneborn zur ehemaligen Synagoge in der Jakob-Nolde-Straße. 

Von da aus wanderte man nach Raumland, wo Pfarrer Dirk Spornhauer die Pilgerschaar spontan in Empfang nahm. Es wartete das 25-jährige Jubiläum des Frühstückstreffens. Endziel der Etappe war Erndtebrück. In der Evangelischen Kirche berichtete Redakteur Dr. Andreas Göbel am Abend über die aktuelle Rolle des Lokaljournalismus. Der gemischte Chor Erndtebrück umrahmte den Vortrag.

Die nächste Etappe ging von der Edergemeinde Erndtebrück in die benachbarte Stadt Hilchenbach. Nach einer Stärkung im katholischen Gemeindehaus traf sich die Pilgerschaar noch mit der Initiative DemokraTisch, die sich für Demokratie in Hilchenbach einsetzt und sich gegen die Partei „Der dritte Weg“ in Hilchenbach engagiert.

© Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Empfang durch den Siegener Bürgermeister Tristan Vitt im Rathaus.

„Der Gedanke der lokalen Vernetzung macht solche Treffen zu einer wertvollen Stütze für zivilgesellschaftliche Kontakte“, betonte Claudia Latzel-Binder. Man könne so zeigen, dass Kirche auch Partner sein kann, betonte auch Mit-Organisatorin Barbara Plümer-Hohenstein.

Auf dem Weg beschäftigte sich die Pilgergruppe zudem kritisch mit der EKD-Denkschrift: „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“. Übernachten durften die Pilger im nahe gelegenen Stift Keppel.

 

Frisch gestärkt wanderten die Pilgerinnen und Pilger für Demokratie in Richtung Geisweid. Dort wurde die Delegation, die von Schülerinnen und Schülern des Ev. Gymnasiums Weidenau begleitet wurde, von Siegens Bürgermeister Tristan Vitt empfangen. Am Abend fand schließlich am Evangelischen Gymnasium (evau) eine Podiumsdiskussion statt, die sich mit dem Für und Wider zur Wehrpflicht beschäftigte. Vor Ort diskutierten Superintendentin Kerstin Grünert, Hauptmann und Jugendoffizier Martin Rumsch und Mark Philip Stadler von der Gustav-Heinemann-Friedensgesellschaft.

© Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein

Das Gymnasium engagierte sich auch am nächsten Tag. „Wir wurden von Landrat Andreas Müller und durch den stellv. Schulleiter Thomas Süßenbach begleitet“, berichtet Claudia Latzel-Binder. Erneut waren auch Schülerinnen und Schüler des evau mit dabei.

 

Ziel war die Kolumbariumskirche des Pastoralraums Siegen-Freudenberg. Nach einer Andacht stand noch eine Führung im Museum für jüdische Geschichte in Siegen auf dem Programm der Pilgergruppe. In Wilnsdorf-Rödgen führte Susanne Sidenstein durch die katholische und evangelische Kirche, die sich bemerkenswerterweise einen Turm teilen.

Dann brachen die Pilgerinnen und Pilger zur letzten Etappe auf: Die ging von Rödgen nach Kaan, wo die nun große Pilgergruppe von der Gemeinde mit einem Gottesdienst mit Pfarrerin Lea Klaas empfangen wurde. Es war ein feierlicher Abschluss einer langen Pilgerreise, die vor sechs Tagen zuvor in Winterberg begonnen hatte.

© Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Pilgerschaar mit Landrat Andreas Müller (3.l.) und dem stellv. Schulleiter des Ev. Gymnasiums, Thomas Süßenbach (4.v.l.).

Stellvertretend für das Organisationsteam um Barbara Plümer-Hohenstein, Beate Brinkmann und Susanne Hoffmann-Stein dankte Claudia Latzel-Binder den Gemeinden und Institutionen für eine „hervorragende Gastfreundschaft und das Engagement vor Ort“. Dankbar war die Pilgerschaar auch Wanderführer Andreas Saßmannshausen, der die Gruppe wohlbehalten an das Ziel gebracht hat. 

Pilgerwanderung für Demokratie 2026

  • Demokratiewanderung 2026.

    © Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Demokratiewanderung 2026.

    © Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Zwischenstop in der Kolumbariumskirche Siegen.

    © Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Pilgerschaar mit Landrat Andreas Müller (3.l.) und dem stellv. Schulleiter des Ev. Gymnasiums, Thomas Süßenbach.

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  • Weites Land: Unterschiedlich lange Pilgeretappen führten vom Hochsauerland bis Kaan.

    © Claudia Latzel-Binder/Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
  • Demokratiepilgern 2026: Zu Gast in Raumland.

    © Claudia Latzel Binder
  • Station in Bad Berleburg.

    © Claudia Latzel Binder
  • Demokratiepilgern 2026.

    © Claudia Latzel Binder
  • Claudia Latzel Binder und Pilgerführer Andreas Saßmannshausen vor der Kirche in Erndtebrück: Die Etappe von der Edergemeinde bis Stift Keppel ist nun auch erprobt.

    © privat
  • Pilgerführer Andreas Saßmannshausen mit Begleithund Sam: Er hat jede Etappe bereits gelaufen.

    © privat

Man habe gezeigt, dass die Kirche mittendrin sein und eine Stimme im Umbruch der Gesellschaft sein könne, betonte Claudia Latzel-Binder. „Wir haben eine Position, die wir als Kirche – in aller Unterschiedlichkeit – einbringen können.“ /cv

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