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Bad Berleburg: Erneute Schändungen des jüdischen Friedhofs
10.9.2026

Bad Berleburg. Einen Monat nach den ersten Schändungen des jüdischen Friedhofs in Bad Berleburg sind nun weitere Taten bekannt geworden.
Der Staatsschutz in Hagen berichtete auf Nachfrage des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein, dass die Ermittlungen aufgrund der möglichen politischen Motivlage geführt würden. Es handele sich nun um den dritten Vorfall dieser Art binnen weniger Wochen.
Nach Angaben der Ermittler aus Hagen sind sechs Grabsteine mit massiver Gewalt beschädigt worden. Aktuell gibt es noch keine Täterhinweise. Die Polizei bittet daher die Bevölkerung, mögliche Hinweise auf die die Tat unter der Rufnummer 02331 986 2066 zu melden.

Die Superintendentin des Kirchenkreises, Kerstin Grünert, nahm bereits zur ersten Schändung Stellung. Vor vier Wochen wurden Gräber auf dem jüdischen Friedhof beschädigt und der Davidstern von einem Denkmal entfernt. Kerstin Grünert: „Als Superintendentin und als Christin weiß ich dabei auch um die besondere Verantwortung unserer evangelischen Kirche. Zu unserer Geschichte gehören Schuld und Versagen gegenüber Jüdinnen und Juden. Daraus erwächst eine bleibende Verpflichtung: Antisemitismus darf in unserer Kirche und in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Wo jüdisches Leben angegriffen oder jüdisches Gedenken geschändet wird, dürfen wir nicht schweigen.“
Die Stadt Bad Berleburg veröffentlichte ebenfalls eine Stellungnahme. „Die erneuten Schändungen auf dem Friedhof lassen uns fassungslos zurück. Wir verurteilen die Zerstörung und Beschädigung dieses Ortes der Erinnerung, des Gedenkens und des Mahnens für den Frieden auf das Schärfste“, erklärte Volker Sonneborn.
Nach Bekanntwerden des neuerlichen Vorfalls waren der Bürgermeister von Bad Berleburg sowie Polizei und Staatschutz am Samstag vor Ort und haben gemeinsam das Ausmaß der Zerstörung aufgenommen. Der Staatsschutz hat nach Angaben der Stadt zugleich die Ermittlungen übernommen. Dies war schon nach den ersten Vorfällen vor wenigen Wochen erfolgt, als ein oder mehrere Täter Gräber auf dem jüdischen Friedhof geschändet und das jüdische Mahnmal im Berlebach in Bad Berleburg zerstört hatten.
„Unvereinbar mit unseren Werten“
„In den vergangenen Wochen haben wir in Abstimmung mit allen Beteiligten – insbesondere der jüdischen Gemeinde und dem LWL – die notwendigen Abstimmungen getroffen, um die Schäden nach der ersten Schändung zu beheben. Gleichzeitig haben wir in der vergangenen Woche das jüdische Mahnmal im Berlebach repariert und den Davidstern auf dem Mahnmal wieder installiert“, berichtete Volker Sonneborn.
Der jüdische Friedhof selbst stand seit Bekanntwerden der ersten Grabschändungen unter engmaschiger polizeilicher Überwachung, zuletzt noch am Freitagabend – und damit unmittelbar vor dem erneuten Vorfall. „Klar ist, dass wir diese Schändung generell und solche Taten im Allgemeinen in keiner Weise tolerieren können und werden. Dies ist unvereinbar mit unseren Werten der Gemeinschaft, Solidarität und Toleranz, für die unsere Stadt der Dörfer in der Vergangenheit stand und auch in Zukunft immer stehen wird“, erklärte der Bad Berleburger Bürgermeister. /kka

