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40 Jahre EFL in Siegen: „Hier hört mir jemand zu“
4.9.2026

Im Alltag hilft das Team der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein, oder kurz EFL, Menschen in Not. Die wichtige Beratung gibt es seit vier Jahrzehnten in Siegen – Grund genug also, um auf den runden Geburtstag anzustoßen.
Genau das hat das Team der EFL um Leiterin Simone Weiß jetzt zusammen mit Freunden und Förderern im Siegener Stockweg gemacht. Bei sommerlichen Temperaturen feierte die EFL vierzig erfolgreiche Jahre als Beratungsstelle.
Simone Weiß war sichtbar gut gelaunt, als sie zuerst ihrem Team dankte: „Sie haben die Arbeit der EFL über Jahre weiterentwickelt. Dabei haben sie ihre fachliche Kompetenz, ihr seelsorgliches Gespür und ihre persönlichen Erfahrungen eingebracht.“ Auf diesem wertvollen Fundament könne die EFL heute weiter bauen.

Ehrenamtliche Mitwirkende und auch viele Ehemalige kamen zur Feier der EFL. Simone Weiß wandte sich auch an sie. „Durch ihren täglichen Einsatz wurde und wird sichtbar, wofür die EFL steht. Für professionelle Hilfe, menschliche Nähe und einen geschützten Raum in schwierigen Zeiten.“ Die Diplom-Psychologin betonte auch, dass eine Beratungsstelle wie die EFL nur dann bestehen könne, wenn viele Menschen sie unterstützen. „Deshalb danke ich allen Spenderinnen und Spendern sowie allen Zustifterinnen und Zustiftern.“
Ihr besonderer Dank galt auch der kreiskirchlichen Synode, die erst im Sommer beschlossen hatte, die Arbeit der EFL langfristig zu sichern. Ebenso würdigte sie die Unterstützung durch die Stiftung, den Förderverein und den Synodalen Ausschuss. Zudem zeigte sie sich dankbar für die gute Vernetzung mit den Kolleginnen und Kollegen innerhalb der psychosozialen Landschaft in Siegen. Diese Zusammenarbeit sei eine wichtige Grundlage für die Arbeit der EFL.
Mit Blick in die Zukunft sagte Simone Weiß: „Das Jubiläum ist Auftrag und Ermutigung zugleich. Wir wollen die bewährte Qualität unserer Arbeit sichern, die christliche Ausrichtung lebendig halten und offen bleiben für neue gesellschaftliche Herausforderungen und unterschiedliche Lebensformen.“ Sie betonte hoffnungsvoll, dass man sich getragen wisse „von einem engagierten Team, von der Kirche vor Ort und von einer starken Gemeinschaft von fördernden und unterstützenden Kolleginnen und Kollegen.“
Voller Hoffnung und Freude war auch Superintendentin Kerstin Grünert, die der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein herzlich gratulierte. „Als Superintendentin unseres Kirchenkreises sage ich sehr bewusst: Ich bin froh, dass es die EFL gibt. Und ich bin dankbar, dass sie zu uns gehört.“

Die leitende Theologin machte klar, was die EFL für die Menschen in Siegen-Wittgenstein bedeutet: Hinter diesen 40 Jahren stehen unzählige Geschichten. Geschichten von Menschen, die hierherkommen, weil das Leben kompliziert geworden ist. Weil eine Beziehung nicht mehr trägt. Weil Eltern nicht weiterwissen. Weil eine Familie aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Kerstin Grünert: „Dann braucht es jemanden, der zuhört. Nicht jemanden, der sofort weiß, wie es geht. Sondern einen Menschen, der sagt: Erzähl erst einmal. Wir schauen gemeinsam hin.“ Das sei das wirkliche Leben. Die Superintendentin wies auf Paulus hin, der den bekannten Satz „Einer trage des Anderen Last“ niederschrieb.
Diese Last war auch in den vergangenen, vier bewegten Jahrzehnten immer wieder spürbar. Kerstin Grünert: „Natürlich waren 40 Jahre EFL keine schnurgerade Straße. Gesellschaft hat sich verändert, Kirche hat sich verändert, Rahmenbedingungen haben sich verändert. (….) Umso dankbarer bin ich für das, was heute rund um die EFL gewachsen ist. Da sind viele Menschen, die sagen: Diese Arbeit ist uns etwas wert.“

Denn bei allen Konzepten, Finanzierungsfragen und Strukturen entscheidet sich diese Arbeit am Ende in einem Beratungsraum. „Dort sitzen Menschen einander gegenüber. Da braucht es Fachlichkeit und Erfahrung, Geduld, einen klaren Kopf – und manchmal sicher auch eine gute Portion Humor.“
Superintendentin Kerstin Grünert: „Gottes Segen für die EFL, für alle, die hier arbeiten und sie unterstützen – und besonders für die Menschen, die auch in Zukunft hierherkommen und darauf vertrauen: Hier hört mir jemand zu.“
Der 40. Geburtstag wurde dann noch gebührend gefeiert. Dank stimmungsvoller Musik von Kreiskantor Peter Scholl und seiner Frau Luisa Mann war für Kurzweil gesorgt. Gute Gespräche, frisch gebackene Waffeln und ein Blick in die Arbeitsräume der Mitarbeitenden rundeten den Geburtstag ab. /cv

