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Inselpastorin auf Borkum: Für Carolin Kremendahl stehen die Türen offen

9.8.2026

© privat
Der Strand von Borkum.

Im Spätherbst kommt die Hochseeinsel Borkum langsam zur Ruhe. Ende Oktober wird es kühler und die Urlaubssaison auf Deutschlands westlichster Insel geht zu Ende. Genau zu dieser Zeit trat Pastorin Carolin Kremendahl 2025 ihre erste Pfarrstelle an – ein Glücksfall, wie die 29-Jährige heute weiß. Borkum im Herbst bedeutet weniger Touristen und weniger Trubel. 

„Alles ist ein wenig stiller und ich konnte die Menschen, die hier leben, kennenlernen“, sagt Carolin Kremendahl.  Die Pastorin ist im Evangelischen Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein keine Unbekannte. Von 2020 bis 2023 absolvierte sie ihr Vikariat in der Kirchengemeinde Bad Laasphe. Pfarrer Steffen Post und die heutige Superintendentin Kerstin begleiteten damals ihren Weg.

Von Bad Laasphe ging es – mit einer Zwischenstation – auf die Insel Borkum. „Die Menschen ähneln sich mehr, als man vermuten möchte“, berichtet Carolin Kremendahl, für die auch Bad Laasphe im Vikariat Neuland war. „Mir ist klar, dass ich auf Borkum weder geboren noch aufgewachsen bin. Aber wenn man auf die Menschen zugeht und sich auf sie einlässt, kommt man sehr gut zurecht.“

© Andreas Behr
Carolin Kremendahl in ihrem Einführungsgottesdienst: Die 29-Jährige ist jetzt Pastorin auf Deutschlands Hochseeinsel Borkum.

Sie hat auf der Insel klare Haltung gezeigt: „Ich will euch kennenlernen, ich will bei euch sein“, sagt die Theologin und fügt lächelnd an: „Das bringt der Beruf so mit sich.“ Apropos: Pastorin auf Borkum hat einen großen Stellenwert. „Das öffnet Türen“, sagt Carolin Kremendahl und erzählt glücklich über ihre Inselgemeinde.

4350 Menschen wohnen auf der Insel, rund 1200 davon sind reformiert. Die Ev. reformierte Kirche ist schon seit Jahrhunderten auf der Insel präsent. Die Kirche selbst liegt mitten im Ort. 800 Menschen passen hinein. „Was ich zu schätzen weiß, ist, dass ich jeden Sonntag 80 bis 100 Menschen in der Kirche sitzen habe“, so Kremendahl. Das sei schon ein Unterschied zu früheren Gottesdiensten auf ihrem bisherigen Weg.

Natürlich säßen nicht selten Gäste der Insel im Gottesdienst. Der Tourismus ist allgegenwärtig auf Borkum. 

 

Und der Bädertourismus sorgte schon früh dafür, dass eine katholische und eine ev.-lutherische Gemeinde entstanden. „Wir pflegen eine gute Ökumene auf der Insel“, sagt Borkums Inselpastorin und nennt den Gemeindebrief als bemerkenswertes Beispiel. Das „Karkenblattje“ wird von den drei christlichen Kirchen gemeinsam herausgegeben.

Dort stehen nicht selten die gleichen Gottesdienstzeiten für alle drei Gemeinden angeschlagen. „Wir nehmen uns nichts weg. Die Gottesdienste sind in allen drei Kirchen gut besucht“, so Carolin Kremendahl, die sehr glücklich darüber ist, auf der „Insel gelandet zu sein.“

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Der alte Leuchtturm ist ein Wahrzeichen der Hochseeinsel.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – dieser Spruch trifft auf die Inselpfarrerin voll und ganz zu. Natürlich muss man die Abfahrtszeiten der Schiffe im Hinterkopf haben, wenn man etwas auf dem Festland organisieren möchte. Carolin Kremendahl: „Der Hafen ist aber tidenunabhängig und auch im Winter fahren regelmäßig Schiffe – wenn auch seltener als im Sommer.“

Sie kennt sich bereits gut aus im Inselfahrplan. Das hätte sich die reformierte Pfarrerin vor einigen Jahren auch nicht träumen lassen, als sie in Hattingen-Witten ihren Probedienst antrat.  Und dann die Chance auf eine Stelle in Borkum - Wechsel der Landeskirche inklusive. „Ich habe mich einfach einmal beworben.“ Es nicht einmal zu versuchen, hätte sie wohl bereut, so Carolin Kremendahl. 

Und die Gemeinde auf Borkum wollte. Denn in der reformierten Kirche haben nicht nur der Präses der Synode Nördliches Ostfriesland (Superintendent) und der Gemeinderat (Presbyterium) ein Wörtchen mitzureden. Auch die Gemeinde stimmte ab – und zwar einstimmig für ihre neue Pfarrerin. So gelang auch der Wechsel von der Evangelischen Landeskirche von Westfalen in die Evangelisch-reformierte Kirche.

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Möwen und Meer: Borkum ist Deutschland westlichste Insel.

Schon jetzt kann Carolin Kremendahl auf zehn Monate Dienstzeit auf der Insel zurückblicken. Eine Zeit, in der die 29-Jährige auf der Insel angekommen ist. „Du hast hier ein wunderbares Klima. Ich kann mir jeden Tag sagen, dass ich am Meer bin“, untermauert Carolin Kremendahl. Mehr noch: Sie spielt in ihrer Freizeit Fußball und lernt immer mehr Menschen auf der Insel kennen. 

„Wo ich in den Urlaub fahre, steht noch nicht fest. Ich werde auf alle Fälle Freunde und Verwandte besuchen.“ Und wenn sie mit den Herbststürmen zurückkommt? Dann ist das „ok“, weiß die Theologin: „Denn auch im Winter hat die Insel ihren ganz eigenen Charme.“ /cv

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