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Fasten: Wenn ein Apfel richtig köstlich schmeckt
19.3.2026
Was ein Geschmack! Dass so ein Apfel wirklich intensiv schmecken kann, wissen wohl nur jene, die einige Tage gefastet haben. So wie 17 Frauen und Männer, die jetzt zusammen mit Birgit Bender, Bernd Wagener und Pfarrer Dietrich Hoof-Greve (ökumenische Telefon-Seelsorge Siegen) sieben Tage auf feste Nahrung und auch die meisten Getränke verzichteten.
Die ökumenische Gruppe, die in der Passionszeit fastet, besteht aus Menschen, die diesen bewussten Verzicht kennen. „Wir konnten aber auch wieder Menschen begrüßen, die die Erfahrung des Fastens das erste Mal machen wollen“, berichtet Pfarrer Dietrich Hoof-Greve.
Die Gruppe traf sich jeden Abend für eine Stunde im geistlichen Zentrum, der Eremitage Franziskus. „Dort haben wir uns gegenseitig gestärkt“, bestätigt Dietrich Hoof-Greve. Unter dem Oberthema „Zumutungen und Zuversicht“ sei die Geschichte des Abraham mit Aufbruch, Verzicht, Neuanfang und Segen impulsgebend gewesen. Und: „Wir haben uns auch Menschen Erinnerung gerufen, die für uns zum Segen geworden sind.“
Die Gruppe schöpfte so Kraft, um durchzuhalten. Das gute Wetter und Spaziergänge durch den schönen Garten der Eremitage taten ihr Übriges.
Das Fasten selbst fällt nicht jedem Menschen leicht. Manche bekommen Kopfschmerzen, andere müssen den immer intensiven riechenden Lebensmitteln widerstehen. Zwischendurch helfen sich die Teilnehmenden mit Brühe und Saft.

Dietrich Hoof-Greve schildert seine eigenen Erfahrungen: „Ich habe das erste Mal in diesem Jahr zusätzlich auf Kaffee verzichtet – das fiel auch nicht leicht.“ Ansonsten habe er das Fasten in diesem Jahr „erfreulich gut“ überstanden – so wie das Gros der Teilnehmenden. Die Gruppe ist glücklich darüber, dass alle durchgehalten haben.
Für Pfarrer Dietrich Hoof-Greve ist die Fastenaktion auch immer ein Anlass, sich selbst bewusst etwas zu zumuten. Dahinter stecke auch der Gedanke, am Ende einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln einzuüben und die Lebensmittel als Geschenk anzusehen. „Das beginnt nach dem Fasten natürlich mit diesem einen Biss in einen Apfel“, so Pfarrer Dietrich Hoof-Greve.
Man müsse sich nach dem Fasten langsam wieder an die Nahrung gewöhnen. Das ist nicht das einzige Schöne: Die Gruppe hält zusammen, unterstützt sich in diesen Tagen. „Das Verzichten auf Konsum – in einer Welt, die auf Wachstum ausgelegt ist – kann einen ebenfalls erfreuen“, betont der Pfarrer abschließend. /cv


