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Passionszeit an der A45: Diese Andacht bringt Musik und Begeisterung in die Autobahnkirche

3.3.2026

© Moritz Furchtmann
Passionsandacht in der Autobahnkirche Wilnsdorf.

Die Autobahnkirche am Autohof Wilnsdorf ist normalerweise ein stiller Ort, an dem Reisende die zuweilen hektische Fahrt auf der A 45 unterbrechen, um Kraft zu tanken. Jetzt war die modern gestaltete Kirche hoch über Wilnsdorf bis auf den letzten Platz gefüllt. Grund war eine Passionsandacht der besonderen Art. Jochen Wahl, Burbacher Pfarrer und Synodalassessor des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein, war mit seiner Band „LAM“ in der Autobahnkirche zu Gast.

 

Im Fokus der Passionsandacht stand die Frage, warum Gott das Leid in der Welt zulassen kann. „Natürlich habe ich keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, warum Gott das Leiden zulässt. Ich gebe aber Zeugnis davon, dass wir im Leid nicht alleine sind“, betonte Jochen Wahl.

Und mit dieser Hoffnung, mitten in der Passionszeit, griff Jochen Wahl zur Gitarre. Der musikalische Pfarrer war nicht allein auf der kleinen Bühne der hölzernen Kirche. Jörg Furchtmann begleitete mit Keyboard und Gesang und am Bass sorgte Marc-Steffen Quandel für den richtigen Rhythmus. Die Band LAM, einst als Projektname „Lobpreis alter Männer“ bezeichnet, begeisterte die Gäste der Andacht mit Liedern „Immer noch staunen“ und „Auge im Sturm“.

Die Band begleitete die Gemeinde auch bei „Wie tief muss Gottes Liebe sein“, „Der Retter der befreit“ und „Der Herr segne dich“. „Die einen sangen mit, die anderen lehnten sich zurück und hörten uns zu. Es war eine schöne Andacht“, betont Pfarrer Jochen Wahl.

 

© Moritz Furchtmann
Passionsandacht in der Autobahnkirche Wilnsdorf.

Der freut sich schon jetzt auf den nächsten Termin der in der Coronazeit gegründeten Band. Die musikalische Passionsandacht hält die Band am Freitag, 13. März, um 19.30 Uhr in der Wehrkirche Würgendorf.

Zurück zur Autobahnkirche: Dem eleganten Bau steht Jochen Wahl heute übrigens positiv gegenüber: „Als die Pläne damals publik wurden, dachte ich nur, dass es keine gute Idee sei, noch eine Kirche zu bauen. Das war vor dem Hintergrund der ersten Kirchschließungen.“

Es habe sich aber gezeigt, dass die Kirche ein voller Erfolg sei und oftmals gut besucht. „Man kann sich auch mal irren. Und der Erfolg der Autobahnkirche ist etwas, was mich ehrlich begeistert“, berichtet Jochen Wahl erfreut.

Mit der Einweihung der Autobahnkirche Siegerland am 26. Mai 2013 begann die Geschichte dieser überkonfessionell ausgerichteten Glaubensstätte. Seit ihrer Gründung hat sie sich als echtes Erfolgsmodell erwiesen – nicht nur für Reisende, sondern auch für heimische Christinnen und Christen. Sie ist zu einem festen geistlichen Anlaufpunkt in der Region geworden und verbindet Menschen weit über Konfessions- und Gemeindegrenzen hinaus.

© Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Die Autobahnkirche in Wilnsdorf.

Der Ursprung des Gebäudes liegt einige Jahre zurück: Aus einer Idee entstand 2009 durch Hartmut Hering und Ute Pohl die Initiative zur Gründung eines Fördervereins mit einem klaren Ziel: Der Bau einer Autobahnkirche an der A45 sollte den „weißen Fleck“ zwischen Wiesbaden und Kassel schließen.

Die Gemeinde Wilnsdorf stellte dafür das Grundstück bereit, zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer ermöglichten mit großzügigen Spenden die erfolgreiche Umsetzung des Projekts. Ein Architekturbüro entwarf eine markante weiße, schwebend wirkende Kirche, die bereits von der A45 aus eindeutig als Kirche zu sehen ist. /cv

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