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Drei neue Notfallseelsorger für das Siegerland
29.10.2026
Ein halbes Jahr liegt hinter ihnen. Die drei neuen Notfallseelsorger haben sich für die Evangelische Kirche in Niederdresseldorf entschieden. Antje Becker-Blum, Dennis Marburger und Rebecca Traut gehören zur Notfallseelsorge Siegerland, deren Einsatzgebiet sich von Hilchenbach bis ins südliche Siegerland erstreckt.
18 Menschen bilden dieses Team. Fordern Einsatzkräfte Notfallseelsorger an, alarmiert die Leitstelle das Team. Dafür nutzt die Notfallseelsorge eine spezielle Software auf dem Mobiltelefon. Diese zeigt nicht nur den Einsatzort und die Art des Einsatzes an, sondern informiert auch darüber, welcher Notfallseelsorger gerade verfügbar ist.
Nun verstärken drei neue Gesichter die Reihen des Teams: Herbert Scheckel, Pfarrer und Synodalbeauftragter für Notfallseelsorge im Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein, und Sven Fröhlich, Pfarrer für Notfallseelsorge im südlichen Siegerland, freuen sich gemeinsam mit zahlreichen Teammitgliedern über den Zuwachs. Viele von ihnen sind nach Niederdresseldorf gekommen, um die drei neuen Notfallseelsorger in der Evangelischen Kirche offiziell in das Team Siegerland aufzunehmen.
„Sie haben bereits ihre Ausbildung beendet und erste Einsätze gefahren. Wir haben ganz genau hingeguckt und sind sehr zufrieden“, bilanziert Herbert Scheckel. Diesen Schritt wolle man mit einem Gottesdienst feiern. „Um ihnen den Segen zuzusprechen, ohne den es nach unserem Dafürhalten nicht geht in dieser schwierigen Berufung“, erklärt der Synodalbeauftragte.
In seiner Predigt würdigt Burkhard Weber von der Freien evangelischen Gemeinschaft Niederdresseldorf die Entscheidung der drei neuen Notfallseelsorger, Menschen in Not nicht allein zu lassen. Er spricht über herausfordernde Situationen, die Schwierigkeit, die richtigen Worte zu finden, und die Fähigkeit, anderen Menschen Hilfe und Halt zu geben. Dabei zieht er eine Parallele zum barmherzigen Samariter, der einem Mann auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho hilft. Räuber hatten den Mann überfallen, ausgeplündert und schwer verletzt zurückgelassen.
Burkhard Weber betont, wie wichtig es ist, dass die Notfallseelsorge allen Menschen zugutekommt – unabhängig von Hautfarbe, Abstammung oder Aufenthaltsstatus. „Wir werden irgendwann überfordert sein“, sagt er. „Nur Jesus kann die Hilfe geben, die ein Mensch braucht. Jesus ist der barmherzige Samariter.“
Mit diesem Gedanken im Herzen nehmen Antje Becker-Blum, Dennis Marburger und Rebecca Traut ihren Segen und ihre Ernennungsurkunden entgegen Kerstin Grünert, Superintendentin des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein, hat die Urkunden unterschrieben. Ausgestattet mit Jacken, Rucksack und Ausweisen stehen die drei neuen Notfallseelsorger nun für ihre Einsätze bereit.
Das Notfallseelsorgeteam Siegerland ist rund um die Uhr einsatzbereit. Die Leitstelle der Feuerwehr alarmiert es, wenn Menschen in akuten Krisensituationen Unterstützung benötigen. Die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger begleiten Einsatzkräfte beispielsweise bei der Übermittlung von Todesnachrichten oder betreuen Angehörige in emotional besonders belastenden Situationen. Auch schwere Verkehrsunfälle und Hausbrände zählen zu ihren Einsatzbereichen.

Dass schätzt auch die Blaulichtfamilie im Kreisgebiet. „Sowohl im Dienst der Feuerwehr wie auch im Rettungsdienst kommen wir immer wieder an Einsatzstellen, bei der wir ein Stück weit Leid hinterlassen müssen. Wir haben mit der Notfallseelsorge ein Team, das dieses Leid ein Stück weit lindert und auffängt“, betont Thomas Tremmel, Kreisbrandmeister des Kreises Siegen-Wittgenstein. Diese Unterstützung sei für die Einsatzkräfte besonders wertvoll. Gemeinsam mit einigen Kameraden ist Siegen-Wittgensteins oberster Feuerwehrmann vor Ort, um den neuen Notfallseelsorgern zu gratulieren.
Auch die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein gratuliert den drei neuen Teammitgliedern. „Was für uns den größten Wert darstellt, ist die lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg“, erklärt Thomas Fürst, Polizeidirektor der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein. „Wir haben so das große Privileg, dass wir in die Situation hineingehen und haben jetzt Menschen da, die für Angehörige, Opfer und Menschen da sind und dableiben, wenn wir wieder gehen müssen. So können wir auch wieder befreiter zu unserer Arbeit gehen.“ /cv
Weitere Informationen zur Notfallseelsorge finden Interessierte hier.


