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25 Jahre Runder Tisch der Religionen in Siegen

17.9.2026

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Klausurtag RTR mit den Vorsitzenden der Gesellschaft Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Der Runde Tisch der Religionen wird 25 Jahre alt: Ein guter Grund zum Feiern.

Bereits am 15. September 2001 hatte das Antidiskriminierungsbüro (ADB, Trägerschaft: Verein für Soziale Arbeit und Kultur) zu einer Vortragsveranstaltung zum Thema „Das Menschenbild in Islam und Christentum“ eingeladen.

Die Veranstaltung war überfüllt – vier Tage zuvor hatten die Anschläge auf das World Trade Center in New York und auf das Pentagon etwa 3000 Menschen in den Tod gerissen und weltweit Entsetzen hervorgerufen. Schnell wurden die Attentäter als Islamisten identifiziert und in der westlichen Welt stieg der antimuslimische Rassismus sprunghaft an.

Aus den Diskussionen am 15. September erwuchs die Idee, in Siegen einen Runden Tisch der Religionen (RTR) zu gründen, dessen Ziel es sein sollte, Christen und Muslime ins Gespräch zu bringen und ein gegenseitiges Kennenlernen und damit ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Die Gründungsmitglieder unter der Federführung des ADB entschieden sich für einen lockeren Zusammenschluss von fachlich qualifizierten Personen und Vertreter:innen religiöser Institutionen, die ein echtes Interesse am Dialog auf Augenhöhe, ohne jede Missionierungsabsicht, hatten.

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Menschenkette 2015 zwischen Selimiyemoschee und Haardter Kirche.

Diese Organisationsform ermöglichte einen sofortigen Start in die Arbeit. Die freie Form der Zusammenarbeit wurde über die 25 Jahre beibehalten – auch, wenn sie letztlich die Arbeit nicht einfach machte: Immer wieder mussten weitere Kooperationspartner und Mitglieder geworben werden, immer wieder einmal führte die relative Unverbindlichkeit der Teilnahme auch zum „Abbröckeln“, wenn man Konflikten auf diese Weise aus dem Weg gehen konnte. Den „harten Kern“ bilden nach wie vor Vertreter:innen der Katholischen und der Evangelischen Kirche, der Selimiyemoschee, der Aleviten und seit 2015 auch des Judentums, sowie Netzwerkpartner:innen aus verschiedenen mit Multireligiosität befassten Behörden bzw. Institutionen.

 

Inhaltlich hat man in den 25 Jahren einiges auf den Weg gebracht: Zunächst wurden Informationsflyer über den Islam in Siegen für Christen, dann umgekehrt über das Christentum für Muslime veröffentlicht. Dann kam die Organisation von Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen hinzu (z.B. Minarettbau, Ethik/ Moral in den Religionen, Muslimische Bestattung in Siegen) sowie die jährliche interreligiöse Friedhofsführung. Eine besondere Großveranstaltung war die Menschenkette „füreinander einstehen“ im Flüchtlingsjahr 2015. Federführend wurde sie vom RTR organisiert, etliche zivilgesellschaftliche Vereinigungen schlossen sich an. Am 14. August 2015 standen etwa 2000 Menschen „Hand in Hand“ entlang der Weidenauer Straße zwischen Selimiyemoschee und Haardter Kirche und demonstrierten für den Zusammenhalt in der multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft.

Wichtig war auch zuletzt der „Schweigemarsch für den Frieden in Nahost und bei uns“ im Dezember 2023. Der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober und der sich anschließende verheerende Gazakrieg hatte auch die Menschen in Siegen stark polarisiert. Im strömenden Regen demonstrierten eher pro-israelische und eher pro-palästinensische Menschen gemeinsam für ein Ende der Gewalt.

 

Neben der Organisation von Veranstaltungen stehen die Mitglieder des RTR auch immer mit ihrer jeweiligen Fachexpertise bereit – sei es bei der Suche nach Referent:innen oder nach Personen, die z.B. muttersprachliche Notfallseelsorge leisten können, sei es als Gesprächspartner:innen z.B. für Schulen, Krankenhäuser und Altenheime – immer dann, wenn es um spezifische religiöse Fragen geht. Bei städtischen Veranstaltungen wie der Woche gegen Rassismus oder den Interkulturellen Tagen beteiligt sich der RTR nach Möglichkeit mit einem Info-Stand auf der Siegbrücke oder andernorts.

In den vergangenen 25 Jahren sind die Themen, die am RTR verhandelt werden, nicht weniger geworden. Antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus und die Notwendigkeit, gemeinsam tragende Werte der multireligiösen Gesellschaft zu benennen und das Gespräch zu pflegen geben dem RTR reichlich Anlässe zu neuen Aktionen vor. Die gelungenen Projekte aber stimmen dankbar – die Arbeit wird unbeirrt fortgesetzt.

Pfarrerin Annegret Mayr

 

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