News

Europafest am Evau - Kirchenkreis zeigt Flagge

22.7.2026

© Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Das Europafest „evau united“ unterstützten auch Anselm Ott (1. Vorsitzender Förderverein), Schulleiterin Beate Brinkmann, Ex-Bürgermeister Steffen Mues, Superintendentin Kerstin Grünert und der stellvertretende Schulleiter Thomas Süßenbach (v.l.).

Zum Start in die von der Schülerschaft und dem Kollegium lang ersehnten Sommerferien feierte das Evangelische Gymnasium (Evau) in Weidenau jetzt ein Schulfest, das ganz im Zeichen von Europa stand. Das Gymnasium strebt eine Zertifizierung als Europaschule an, die in greifbarer Nähe liegt.

 

Und so verwundert es nicht, dass die im Siegerland renommierte Schule jetzt eine große Europaflagge vor dem Gebäude flattern lässt. Bemerkenswert: Unmittelbar daneben weht eine Flagge mit den Farben und Symbolen des Kirchenkreises – ein Bild, das aktueller kaum sein könnte.

 

Denn die baldige Auszeichnung zur Europaschule war nicht das einzige Thema bei der Eröffnung des Schulfestes. Hintergrund ist ein Beschluss der Synode des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein, den gesamten kreiskirchlichen Anteil durch eine „Ersatzfinanzierung bis 2029 auf 0 Euro zu reduzieren.“ Darüber hinaus sollen Gespräche mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein, der Stadt Siegen und der Landeskirche zur Übernahme der Trägerschaft bei Beibehaltung des kirchlichen Profils geführt werden.

 

© Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Superintendentin Kerstin Grünert hisst die Flagge des Kirchenkreises: „Uns verbindet doch das gemeinsame Ziel, die Schule als starken Ort evangelischer Bildung für kommende Generationen zu erhalten.“

„Für uns als Schulgemeinschaft war es wichtig, dass Superintendentin Kerstin Grünert diesen besonderen Anlass nutzte, um unmittelbar vor Schülern, Lehrern und Gästen über die Zukunft des Evau zu sprechen“, heißt es dann auch seitens des Evangelischen Gymnasiums.

Kerstin Grünert nutzte die Gelegenheit: In der öffentlichen Diskussion sei der Eindruck entstanden, so die Superintendentin, die Kreissynode habe beschlossen, die Trägerschaft des Evangelischen Gymnasiums möglichst schnell abzugeben. „Das entspricht nicht dem Willen der Synode“, stellte Superintendentin Kerstin Grünert klar.

 

Sie wisse, so Kerstin Grünert, dass die Beschlüsse der Kreissynode viele Menschen bewegt hätten. Viele Mails, Berichte und Telefonate hätten sich seitdem um das Evau gedreht. „Und daher weiß ich, wie verbunden die Menschen dieser Schule sind. Und das freut mich. Und gleichzeitig nehme ich die Sorgen und die Verunsicherung sehr ernst.“

 

Die Superintendentin erinnerte an den Ausstieg des Kreises aus dem gemeinsamen Vertrag und die laufende juristische Auseinandersetzung. Im Gegensatz zum Kreis habe der Evangelische Kirchenkreis 2024 seine Trägerschaft des Evau danach unverändert fortgeführt und den Weg der alleinigen Finanzierung eingeschlagen. Dadurch trage der Ev. Kirchenkreis einen erheblich höheren finanziellen Anteil als früher. 

Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich die Kreissynode mit der Frage, wie diese Belastung künftig aufgefangen werden kann. „Im Mittelpunkt des Beschlusses zum Evau (….) steht nun die Frage nach einer tragfähigen Ersatzfinanzierung und die Frage, wie die wirtschaftliche und finanzielle Last künftig auf mehrere Schultern verteilt werden kann.“ Mit Blick auf die Synode verdeutlichte Kerstin Grünert, dass jetzt die Arbeit beginne, die Beschlüsse umzusetzen und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen.

 

Und: Das Evau entwickle sich weiter, betonte die Superintendentin. Es verbinde evangelisches Profil mit einem europäischen Horizont in einer offenen und demokratischen Gesellschaft. „Das finde ich großartig und ich bin stolz, die Superintendentin eines Kirchenkreises mit solch einer Einrichtung zu sein. In allen unseren Einrichtungen arbeiten wir daran offen und demokratisch zu sein.“

 

Die leitende Theologin des Kirchenkreises wurde deutlich: „Ich wünsche mir deshalb sehr, dass wir die kommenden Monate nicht gegeneinander, sondern miteinander gestalten. Uns verbindet doch das gemeinsame Ziel, die Schule als starken Ort evangelischer Bildung für kommende Generationen zu erhalten.“

 

Diese Generationen sollen auch ihre Verbindung zu einem weltoffenen Europa weiter am Ev. Gymnasium stärken. Und genau da setzte das Schulfest des Evau an. Kerstin Grünert freut sich für das Gymnasium. Letztlich würdigt die Auszeichnung zentrale Eigenschaften der Schule: Die Schule stehe für Offenheit, internationale Zusammenarbeit, Demokratiebildung und die Bereitschaft, junge Menschen auf eine Welt vorzubereiten, die immer mehr vernetzt ist.

 

Stellvertretender Schulleiter Thomas Süßenbach äußert sich

 

Der stellvertretende Schulleiter Thomas Süßenbach erinnerte an die Ursprünge der Europäischen Union, nahm aber auch zur Suche des Kirchenkreises nach einer tragfähigen Ersatzfinanzierung Stellung. „Die finanzielle Situation der Kirchen in Deutschland ist bekannt: Es muss gespart werden… vielleicht sogar am Evau.“

Er warnte vor Kurzschlussreaktionen und warb vielmehr für Solidarität. „Als evangelische Schule leben wir die Idee der Solidarität von einzigartigen Individuen und deren Verantwortung für den Nächsten. Gemeinsam sind wir stark und die Schwächsten werden getragen. Diese im Kern christliche Idee ist auch die europäische Idee.“

Nach den Worten Kerstin Grünerts betonte der der stellv. Schulleiter: „Mit dieser Rückendeckung gehen wir nun beruhigt in die Sommerferien und optimistisch in die Entwicklung eines Finanzierungskonzepts zur Unterstützung unseres wert(e)vollen Schulträgers.“

 

Es blieb nicht der einzige bemerkenswerte Beitrag zum Europafest „evau united“. Schülersprecherin Mayya Vokhminteva betonte, dass man die Vielfalt Europas in der Schulgemeinschaft wiederfindet. Und Josephine Weiß überraschte mit kritischen Zeilen im Stil des Poetryslams – was Lehrerschaft und Schülerschaft mit donnerndem Applaus quittierten. /cv

zurück zur Übersicht

get connected