News
Vor der Reise nach Tansania steht Kiswahili auf dem Programm
24.5.2026

Im Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein tagt aktuell in unregelmäßigen Abständen eine Gruppe, die im Vereinshaus in Dreis-Tiefenbach sitzt und emsig wie zu Schul- und Studienzeiten lernt. Und doch ist alles anders: Es wird viel gelacht und auch gesungen – und zwar auf Kiswahili.
Mit dabei sind auch Menschen aus Gemeinden unserer Region, die ihre Sprachkenntnisse der ostafrikanischen Sprache auffrischen wollen. Mit Dorothea und Oliver Stegen kann sich die Runde auf echte Tansania-Experten stützen: Das Ehepaar war 20 Jahre mit einem Projekt zur Bibelübersetzung im Land.
Für Synodalassessor Jochen Wahl und Pfarrerin Christine Liedtke gehört der Kurs zur Reisevorbereitung. Denn sie gehören mit Matthias Daub, Pfarrer Thies Friederichs und Pfarrer Jean Gottfried Mutombo zur fünfköpfigen Delegation, die sich im Namen heimischer Kirchengemeinden und des Kirchenkreises auf den Weg nach Tansania machen will.

Der Flieger soll bereits im September starten. Die Reisegruppe will vom 8. bis 22. September in das ostafrikanische Land reisen, um dort die Partnerschaftsarbeit zu vertiefen. Die Delegation möchte alte Kontakte zu unterschiedlichen Partnergemeinden und Partnerkreisen pflegen.
Ein Höhepunkt wird sicherlich die feierliche Einführung des neuen Superintendenten des Partnerschaftskreises Ngerengere, Isaya Kanduru, der auf Simon Mbapa folgt. Bemerkenswert: Die Einführung des neuen Superintendenten ist extra von Juni auf den 13. September verschoben worden, damit die deutsche Delegation mitfeiern kann. Zudem sind weitere Treffen mit den beiden Kirchenkreisen Negerengere und Magharibi geplant. Ziel des Besuchs ist auch die Erarbeitung eines gemeinsamen Grundlagenpapiers für die Partnerschaft zwischen und in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden Negerengere, Magharibi und Siegen-Wittgenstein.
„Uns ist es wichtig, dass wir mit der Sprache und Kultur etwas vertraut sind, dass wir wissen, was geht und was man unterlassen sollte“, betont Pfarrer Jochen Wahl. Die Vertreterinnen und Vertreter engagierter Gemeinden und des Kirchenkreises wollen wenigstens ein paar Sätze der in Tansania weit verbreiteten Sprache sprechen können.
Dass Sprache eine Schlüsselfunktion hat, wissen auch die anderen Frauen und Männer, die gerade lernen oder sich daran erinnern, wie die Tiernamen auf Kiswahili lauten. „Dabei ist das Mitschreiben streng verboten“, sagt Sibylle Wahl mit einem Augenzwinkern. Dorothea und Oliver Stegen setzen auf ein Lernsystem, das mit Bildern und Wiederholung seit vielen Jahren Erfolge erzielt. Dabei wird auch gesungen und vor allem genau hingehört: „Uns ist es wichtig, dass man in Tansania vor allem versteht, was das Gegenüber sagt. So baut sich die Kommunikation besser auf“, betont Dorothea Stegen.
Kiswahili ist in Ostafrika eine Art "Lingua franca", eine Sprache, die man in vielen Staaten der Region versteht. Englisch ist zwar weit verbreitet. Aus Respekt vor den Menschen und Erfahrung der langjährigen Partnerschaften wissen ehemalige Tansania-Reisende, dass es wertvoll ist, sich dem Land auch über die Sprache zu nähern.

Denn es geht auch um die Kultur, in der die heimische Delegation rund zwei Wochen zu Gast sein wird. Die Menschen seien „unglaublich freundlich und gastlich“, weiß man in der Runde zu erzählen. Doch Fettnäpfchen will die Delegation natürlich vermeiden.
Für Synodalassessor Jochen Wahl ist es eine echte Premiere. Matthias Daub, Pfarrerin Christine Liedtke und Pfarrer Thies Friederichs haben bereits Reisen nach Afrika absolviert. Und alle sind froh, dass auch Pfarrer Jean Gottfried Mutombo die Delegation begleiten wird. Jean Gottfried Mutombo hat viele als Mitarbeiter das oikos-Instituts für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) begleitet. Seine Heimat ist der Kongo, wo auch Kiswahili gesprochen wird.
In Siegen-Wittgenstein bereitet man sich indes weiter vor. Auch wenn die Vorbereitungen Zeit kosten: Die Vorfreude bei der Reisegruppe wächst. Und auch die anderen, Afrika-erfahrenen Gruppenteilnehmer fiebern mit.
„Ich freue mich, dass ich dort viele Menschen wiedersehe, die auch bei uns zu Gast gewesen sind“, so Jochen Wahl. Der untermauert, dass die hiesigen Kirchengemeinden und der Kirchenkreis von den Menschen in Tansania lernen könnten und dass man durch die Erfahrungen in Tansania bereichert werde.
Christine Liedtke, die für den ehemaligen Kirchenkreis Wittgenstein die Partnerschaft mit Ngerengere in Tansania betreut, ist immer wieder fasziniert davon, wie jung Tansania ist und wie optimistisch. „Der Grundgedanke ist dort, dass man alles schaffen kann.“ Die Theologin aus Bad Berleburg war bereits einige Male in Afrika.
Sie weiß: Wäre man nur als Tourist dort, käme einem das Land sehr fremd vor. „Doch da wir dort Geschwister besuchen, mit denen wir durch Jesus Christus verbunden sind, ist es herzlich. Wir kommen in Familien, die sehr gastfreundlich sind.“ /cv

