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Klimaprojekt „Wald – Sonne – Wasser“ findet preisgekröntes Ende
26.3.2026

Wenn junge Menschen sich für das Klima einsetzen, denken sie an die Zukunft. Wenn dieser Einsatz sich aber über Kontinente hinweg vollzieht, ist das nicht nur bemerkenswert, sondern preiswürdig. So ist es dem Klimaprojekt „Wald – Sonne – Wasser“ ergangen, das sich drei Jahre lang mit dem Klima auseinandergesetzt und junge Menschen aus Siegen-Wittgenstein und Tansania zusammengeführt hat. Der Preis der „United Evangelical Mission“ für ein „exzellentes Partnerschaftsprojekt“ ließ die Beteiligten in Tansania und Deutschland jubeln. Der Preis wurde während der VEM-Vollversammlung in Daressalam stellvertretend für die Kirchenkreise an Bischof Dr. Alex Malasua und an Landeskirchenrat Pfarrer Albrecht Phillips (EKvW) sowie an Devroda Kagusa von der tansanischen Partnerschaftsgruppe übergeben.
2025 brachte Miriam Albrecht den Preis nach Deutschland. Sie arbeitet für das Oikos-Institut für Mission und Ökumene. Miriam Albrecht sah im Projekt eine gute Möglichkeit, junge Menschen drei Jahre in das zukunftsträchtige Thema einzubinden.
Ein Projekt - drei Reisen
Doch was steckt hinter dem Projekt „Wald – Sonne – Wasser“? Das Projekt nahm – lange vor der Preisverleihung – nach einer Vorbereitungsphase mit einem Besuch einer tansanischen Delegation in Siegen erstmals Gestalt an.
Mit Erfolg: Bei Rödgen pflanzten 2023 tansanische und deutsche Jugendliche gemeinsam 150 neue Bäume im dortigen Kirchwald. So erreichte das aus dem Ökumene-Fonds der Landeskirche finanzierte Projekt seine erste Station. Die Idee, mit den Ökumene-Geldern ein Projekt zu initiieren, das junge Menschen aus Deutschland und Tansania mit einem gemeinsamen Ziel zusammenbringt, wurde Realität. Das Projekt war eigenständig, nutzte aber die Strukturen und Verbindungen der gewachsenen Partnerschaft des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein mit Tansania.
Superintendentin Kerstin Grünert: „Es ist großartig und total segensreich, wenn junge Menschen sich für die Schöpfung verantwortlich fühlen und miteinander und voneinander lernen, wie Klimaschutz im jeweils eigenen Land aussehen kann.“
„Wir haben nach jungen Menschen gesucht, die sich für einen solchen Austausch mit Tansania interessieren“, berichtete Helga Hoffmann, die an dem Klimaprojekt mitarbeitete und sich bereits seit 1979 für die Partnerschaft mit Tansania einsetzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich – wenn auch nicht so viele wie auf tansanischer Seite. „Da fand ein regelrechtes Casting statt“, erinnert sich Matthias Daub, Vorsitzender der Kirchenkreis-Partnerschaftsgruppe an die große Nachfrage im tansanischen Kirchenkreis Magharibi. Zehn junge Erwachsene nahmen zusammen mit Pfarrerin Grace Laizer und dem Vorsitzenden der Partnerschaftsgruppe Edwin Mgoa am Projekt teil. Auf deutscher Seite leiteten Pfarrerin Rebecca Müller (Rödgen-Wilnsdorf) und Pfarrer David Muschi (damals Klafeld) die Gruppe.
Der Gegenbesuch in Tansania führt das Klimaprojekt fort. Auch dort standen 2024 Sonne und Wald im Fokus. Matthias Daub bescheinigte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine „bemerkenswerte Kraft und Sachkenntnis“.

Mit dieser Sachkenntnis reiste dann auch eine gemeinsame Delegation aus Tansania und Deutschland unter der Leitung von Erika Weber und Miriam Albrecht 2025 zur dritten Station des Klimaprojektes. Dieses „ökumenische Lernen“ fand bei Hermannstadt eine erste Station. Wasserwerte und Möglichkeiten der Wasseraufbereitung waren dort in Siebenbürgen Thema. Später ging es nach Kronstadt, wo das Problem der Abholzung eines echten Urwaldes deutlich wurde. „Wir haben dort vor Ort erfahren, dass der Luchs in dem Gebiet nachgewiesen werden konnte. Es war ein wichtiger Schritt, um klarzumachen, wie bedeutend der Wald ist.
Die drei Reisen hinterlassen nicht nur tief beeindruckte Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Es bleibt auch die Hoffnung, dass sich junge Menschen in Deutschland und Tansania weiter für die Partnerschaft einsetzen.
„Wenn wir dadurch junge Leute gewinnen, sich auch in der Partnerschaftsarbeit zu engagieren, wäre das für mich ein Traum“, betonte Helga Hoffmann.
Start der Partnerschaft im Jahr 1979
Sie war mit dabei, als zusammen mit Pfarrer Dietrich Hempel die ersten Schritte in Richtung Partnerschaft mit Tansania gegangen wurden. „Wir trafen uns das erste Mal 1979. Offizieller Start war 1980.“
Helga Hoffmann ist wichtig, dass es in der Partnerschaft immer einen Austausch auf Augenhöhe gibt. „Was uns verbindet, ist der Glaube an Jesus Christus. Da braucht es einen angemessenen Austausch, der nicht selten eine Herausforderung war.“ So habe man zuerst einen Vertreter aus Tansania eingeladen. Erst dann sei man nach Tumbi gereist.
Viele Jahre später unterstützten die Menschen aus der Partnerschaftsarbeit mit vielen anderen Mitstreitern aus dem Kirchenkreis die jungen Leute bei ihrem Klimaprojekt. Aus ihren über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen wissen sie, dass Begegnung Geld kostet. Umso erfreuter waren sie, dass durch den Ökumene-Fonds Mittel für das Projekt bereitstanden. Ihr Fazit: „Es war eine tolle Zusammenarbeit. Und es hat sich gelohnt.“
Auch Superintendentin Kerstin Grünert äußerte sich begeistert. Sie unterstrich die Bedeutung des nach dem Rumänienbesuchs nunmehr „trilateralen“ Projektes. „Es ist großartig und total segensreich, wenn junge Menschen sich für die Schöpfung verantwortlich fühlen und miteinander und voneinander lernen, wie Klimaschutz im jeweils eigenen Land aussehen kann.“ /cv

