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Mittwoch, 14.10.2026 (19:30 – 22:15 Uhr)
Kirchen und Kino: KARLA
Veranstalter: Erwachsenenbildung
Veranstaltungsort: Residenztheater Bad Laasphe
Gemeinsam mit dem Kulturring Bad Laasphe und der Tourismus, Kur- und Stadtentwicklung (TKS) Bad Laasphe, sowie dem Residenztheater Bad Laasphe bieten wir die Reihe "Kirchen und Kino" an.
Zu den einzelnen Filmen erwartet Sie vor der Filmvorführung eine Einführung.
Im Anschluss sind die Besucher*innen eingeladen, sich über die Botschaft des Filmes sowie die Wirkung auf die Zuschauenden auszutauschen.
1962: Ein zwölfjähriges Mädchen läuft aus seiner Familie davon und zeigt ihren Vater wegen sexuellen Missbrauchs an. Ein älterer Richter nimmt sich ihrer an und bereitet sie behutsam auf den bevorstehenden Prozess vor. Beide bewegen sich in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Schweigen, Angst, rechtlicher Beweisführung und wachsendem Vertrauen. Während die Chancen auf eine Verurteilung gering erscheinen, entsteht in den intensiven Gesprächen zwischen dem Kind und dem Richter langsam ein Raum, in dem Worte für das Unsagbare gefunden werden können. Der Film basiert auf einem realen Fall und verzichtet bewusst auf jede Form von Sensationalismus. Stattdessen steht die Perspektive des Kindes im Mittelpunkt und zeigt eindrücklich, wie sich aus vorsichtigem Vertrauen und Respekt eine fragile Form von Stabilität entwickeln kann.
Karla eignet sich in besonderer Weise, um Jugendliche ab 16 Jahren sowie Erwachsene für das Thema sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren. Die Veranstaltung verfolgt das Ziel, ein vertieftes Bewusstsein für die Unantastbarkeit kindlicher Würde zu fördern und die Bedeutung von Schutzräumen für Kinder und Jugendliche zu reflektieren. Dabei wird auch die Frage in den Blick genommen, wie gesellschaftliches Schweigen entsteht und welche Faktoren Betroffene oder Mitwissende daran hindern, Hilfe zu suchen oder sich zu äußern.
Die Teilnehmenden setzen sich im Rahmen der Veranstaltung mit zentralen Fragen von Recht, Gerechtigkeit und Opferschutz auseinander. Sie erhalten Einblicke in die psychologischen Belastungen von Betroffenen sowie in die Herausforderungen juristischer Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt. Dabei wird die Fähigkeit gestärkt, die Perspektive Betroffener empathisch nachzuvollziehen und die Bedeutung professioneller Unterstützungssysteme zu erkennen.
Als Lernziele stehen im Mittelpunkt, dass die Teilnehmenden ein vertieftes Verständnis für die Dynamiken sexualisierter Gewalt entwickeln, insbesondere für die Mechanismen von Schweigen, Angst und Loyalitätskonflikten. Sie sollen sensibilisiert werden für die Bedeutung von Sprache und Vertrauen im Umgang mit Betroffenen und ermutigt werden, hinzuschauen, ernst zu nehmen und gegebenenfalls Hilfe zu vermitteln. Darüber hinaus wird die Urteilskompetenz im Blick auf rechtliche und ethische Fragestellungen im Kontext von Kinderschutz gestärkt sowie die Bereitschaft gefördert, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und eine Kultur des Hinschauens zu unterstützen.
Tickets: www.residenzkino.de
Moderation: Christiane Petri, Ev. Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein
Ansprechpartner
Details zum Veranstaltungsort
Residenztheater Bad Laasphe
Brückenstraße 2, D-57334 Bad Laasphe
