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Stichwort Pastoralteams: Zusammen für die Gemeinde unterwegs
11.2.2026

Raumland/ Gleidorf. Wie gehen Gemeinden damit um, wenn eine Pfarrstelle nicht mehr besetzt werden kann? Im Ev. Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein gibt es eine recht neue Möglichkeit, die auch im Edertal zum Zug kommt. Die Rede ist von sogenannten Interprofessionelles Pastoralteams (IPT).
Die Kirchengemeinden Raumland, Arfeld, Wingeshausen und Gleidorf gehen jetzt diesen Weg. Im Frühjahr 2025 gab die Landeskirche in Bielefeld grünes Licht für ein Interprofessionelles Pastoralteam (IPT) für die genannten Kirchengemeinden.
Dieses 2021 auf der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen beschlossene Konzept gilt als Stärkung der Gemeinden bei weniger werdenden Pfarrstellen. „Wir gehen das jetzt als Team an“, erklärt Pfarrerin Berit Nolting aus Berghausen.
Konkret geht es um den Gemeindepädagogen Heiner Häcker, der seine Stelle im August 2025 angetreten hat und künftig im Team mit der Pfarrerin Berit Nolting und dem Pfarrer Dirk Spornhauer seinen Dienst in den Gemeinden ihres Solidarraums leisten kann.
Das Einrichten von solchen Interprofessionellen Pastoralteams unterliegt, ähnlich wie bei Pfarrstellen, bestimmten Richtlinien. „Mittlerweile geht es nicht mehr um die Größe der Kirchengemeinde oder der Pfarrstelle als solche“, betont Dirk Spornhauer. Vielmehr steht der Personalplanungsraum im Fokus, sprich der komplette Solidarraum 9, zu dem auch Raumland, Arfeld, Wingeshausen und Gleidorf gehören.
„Unser Solidarraum umfasst aktuell 45 Prozent der Fläche des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein“, schätzt Dr. Dirk Spornhauer, der augenzwinkernd klarstellt, dass es nur Fläche sei, auf der nicht „überall Leute wohnen“.
Mit dem Weggang von Pfarrer Thomas Janetzki 2023 in Wingeshausen und dem Ruhestand von Pfarrerin Ursula Groß 2025 in Gleidorf wurde die Personaldecke in diesem Teil des Solidarraumes dünn, so dass über das Konzept eines IPT nachgedacht und entschieden wurde.
„Das ist auch nur möglich, weil die Kirchengemeinde Raumland ähnlich wie die Nachbargemeinde Bad Berleburg – noch – über zwei besetzte Pfarrstellen verfügt“, so Dirk Spornauer, der selbst 2027 in den Ruhestand gehen möchte.
Pfarrerin Berit Nolting ist froh über die Verstärkung durch Heiner Häcker. Der ist in Wittgenstein kein Unbekannter, arbeitete er doch als Jugendreferent im Ev. Kirchenkreis Wittgenstein und war Kreissekretär des CVJM Wittgenstein.
Die neue IPT-Stelle umfasst das Gestalten von Gottesdiensten, aber auch Arbeit in der Gemeinde. „Ich entdecke gerade, dass ich mit den Senioren ähnlich gut kann wie mit den Jugendlichen“, berichtet Heiner Häcker, der aktuell an einem Sonntag im Monat Gottesdienste gestaltet und in Wingeshausen den Konfirmationsunterricht betreut. Noch sind nicht alle Aufgabenfelder von Heiner Häcker endgültig definiert. Die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren gehört aber in Zukunft definitiv dazu. „Wir treffen uns regelmäßig zur Abstimmung“, sagt Berit Nolting. Die drei Mitglieder des IPT sollen nun, so die Pfarrerin aus Berghausen, ihren Begabungen nach eingesetzt werden.
Die neue IPT-Stelle im Solidarraum richtet sich damit ganz nach den Vorgaben der Evangelischen Kirche von Westfalen. So ist auf der Homepage https://ipt.ekvw.de/ zu lesen, dass „Pastorale Aufgaben in der Evangelischen Kirche von Westfalen im konstruktiven Miteinander von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Diakonen und Gemeindepädagoginnen oder Mitarbeitenden aus Kirchenmusik und Verwaltung und Organisation wahrgenommen werden.“
Diese Form einer gleichberechtigten Zusammenarbeit finde in Interprofessionellen Pastoralteams auch in Kirchengemeinden statt. /cv

